Fusion bestätigt Omnicom und Publicis schmieden weltgrößte Werbeholding

von Marco Saal
Montag, 29. Juli 2013
Partner statt Konkurrenten: John Wren (l.) und Maurice Lévy
Partner statt Konkurrenten: John Wren (l.) und Maurice Lévy

Der weltweite Agenturmarkt konsolidiert sich weiter: Die Werbeholdings Publicis und Omnicom haben offiziell angekündigt, fusionieren zu wollen. Entsprechende Berichte waren gestern vorab bekannt geworden. Nach eigenen Angaben entsteht durch den Zusammenschluss der weltweit größte Werbekonzern mit einem Umsatz von 17,7 Milliarden Euro. Der bisherige Marktführer WPP hatte im vergangenen Jahr 12,1 Milliarden Euro umgesetzt.

Wie Publicis und Omnicom am heutigen Sonntag auf einer Pressekonferenz in Paris mitteilten, haben sie eine Vereinbarung über einen "Zusammenschluss unter Gleichen" unterzeichnet. Sofern die Wettbewerbsbehörden und Aktionäre zustimmen, soll die Transaktion im 4. Quartal 2013 oder im 1. Quartal 2014 abgeschlossen werden. Die Aktionäre von Publicis und Omnicom sollen nach der Transaktion jeweils etwa 50 Prozent am neuen Unternehmen halten, das in den kommenden 30 Monaten von den bisherigen Vorstandschefs, Maurice Lévy (Publicis) und John Wren (Omnicom) gleichberechtigt geführt werden soll. Nach dieser Übergangsphase wechselt Lévy auf den Posten des Non Executive Chairman. Wren übernimmt dann als alleiniger CEO das Ruder. Die beiden Manager haben mit dem neuen Unternehmen viel vor: Wren spricht im Zusammenhang mit dem Merger davon, dass Publicis und Omnicom die Kommunikationsindustrie neu gestalten wollen. Ziel sei es, neue Standards zu setzen, wenn es um integrierte Kommunikationslösungen für Kunden geht. "Davon werden langfristig auch unsere Kunden sowie die Angestellten und Aktionäre profitieren", sagt Wren. Vom dem Merger erwarten sich die Beteiligten Synergieffekte in Höhe von rund 380 Millionen Euro. Entlassungen soll es aber nicht geben, betonen Wren und Lévy unisono.

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(Horizont)
Der neue Konzern, der unter dem Namen Publicis Omnicom Group firmieren wird, hat einen Börsenwert von rund 26,5 Milliarden Euro und beschäftigt etwa 130.000 Mitarbeiter. Zum Vergleich: Die bisherige Nummer 1 WPP kommt auf eine Marktkapitalisierung von rund 18 Milliarden Euro und beschäftigt 115.000 Mitarbeiter. Die Dachgesellschaft wird ihren Sitz in den Niederlanden haben, die operativen Zentralen bleiben in New York und Paris. Bei der Publicis Omnicom Group werden einige der namhaftesten Werbe- und Mediaagenturen angesiedelt sein. So bringt Publicis neben der gleichnamigen Werbeagentur Kreativschmieden wie Leo Burnett, Saatchi & Saatchi und BBH in das gemeinsame Unternehmen mit ein. Zu Omnicom gehören die Werbeagenturgruppen BBDO, DDB und TBWA.

Sollten die Wettbewerbsbehörden grünes Licht geben, dann würde vor allem im Mediageschäft ein neuer Big Player entstehen. Mit der Hochzeit würden Zenith Optimedia, Starcom und Mediavest (Publicis) sowie OMD und PHD (Omnicom) unter ein gemeinsames Dach rücken. OMD wurde im letzten RECMA-Ranking als weltgrößten Mediaagenturen ausgewiesen (siehe Chart). mas
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