Forsa-Vertrauensranking Werbeagenturen landen auf dem letzten Platz

Mittwoch, 03. Januar 2018
Agenturjobs sind offenbar doch nicht so schlecht
Agenturjobs sind offenbar doch nicht so schlecht
© Fotolia / Robert Kneschke

Neues Jahr, alte Probleme: Um das Vertrauen in Werbeagenturen ist es hierzulande weiterhin schlecht bestellt. Laut dem jährlich erhobenen Vertrauensranking von Forsa im Auftrag der Mediengruppe RTL vertrauen den Kreativschmieden nur 5 Prozent der Deutschen - und damit noch einmal 4 Prozent weniger als 2016. Damit liegen die Agenturen im Institutionen-Ranking auf dem 26. und letzten Platz. An der Spitze landet die Polizei (83 Prozent), gefolgt von Universitäten (80 Prozent), Ärzten (78 Prozent) und dem eigenen Arbeitgeber (75 Prozent).
Alle Jahre wieder fragt Forsa zum Jahreswechsel das Vertrauen der Deutschen in große Institutionen ab. Die Ergebnisse werden dann in dem Ranking (siehe unten) zusammengefasst und beziehen sich auf das abgelaufene Jahr. "Im Vergleich zu den Ergebnissen des Institutionen-Rankings 2016 ist das Vertrauen zur Polizei und zu den Gewerkschaften größer geworden", fasst Forsa-Chef Manfred Güllner die Ergebnisse des Vertrauensrankings zusammen. "Deutlich geringer ist nach den Diskussionen über die Autoindustrie, die Pleite von Air Berlin sowie den geplanten Stellenabbau bei Siemens das Vertrauen zu Unternehmen (-18 Prozent) und zu Managern (-7 Prozent) sowie zu den Arbeitgeberverbänden und zu den Versicherungen. Durch die islamistischen Terroranschläge ist auch das Vertrauen zum Islam (-16 Prozent) und zum Zentralrat der Muslime in Deutschland (-15 Prozent) deutlich gesunken."

Die Studie

Die Daten wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der Mediengruppe RTL vom 15. bis 20. Dezember 2017 erhoben. Datenbasis: 2307 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: +/- 2,5%-Punkte. Das Vertrauensranking bezieht sich auf nicht-politische gesellschaftlich relevante Institutionen. Im nächsten RTL/N-TV-Trendbarometer am 8. Januar 2018 wird das Vertrauen in die politischen Institutionen analysiert.
Aber auch die traditionell mit schlechtem Image behafteten Werber (-4 Prozent) müssen Verluste hinnehmen, genauso wie die Schulen (-8 Prozent), die Bundeswehr (-7 Prozent), der Papst (-6 Prozent) und die Medien (Radio, Presse, TV, je -4 Prozent).

Das Vertrauensranking 2017 von RTL und Forsa

InstitutionVertrauenswert 2017Vergleich zu 2016
1.Polizei83%+6%
2.Universitäten80%+-0
3.Ärzte78%+-0
4.Eigener Arbeitgeber75%+-0
5.Kommunale Unternehmen72%2016 nicht abgefragt
6.Schulen63%-8%
7.Meinungsforschungsinstitute58%-2%
8.Radio56%-4%
9.Papst54%-6%
10.Bundeswehr53%-7%
11.Krankenkassen50%-3%
12.Gewerkschaften49%+7%
13.Evangelische Kirche48%+2%
14.Sparkassen43%-1%
15.Presse40%-4%
16.Zentralrat der Juden37%-3%
17.Fernsehen28%-4%
18.Katholische Kirche27%+1%
19.Unternehmer27%-18%
20.Arbeitgeberverbände26%-7%
21.Banken20%-1%
22.Versicherungen17%-6%
23.Zentralrat der Muslime13%-15%
24.Islam9%-16%
25.Manager6%-7%
26.Werbeagenturen5%-4%
Quelle: (Mediengruppe RTL)

Generell fällt bei der Erhebung auf, dass sich Ost- und Westdeutsche in ihrem Urteil über gesellschaftlich relevante Institutionen teilweise erheblich unterscheiden. Dabei ist bei den Ostdeutschen das Vertrauen generell niederiger als bei Westdeutschen, bei 14 der 26 Institutionen sogar deutlich niedriger. Besonders ausgeprägt sind die Differenzen bei den Kirchen, dem Papst und den Medien. Zudem hat Forsa untersucht, wie stark sich AfD-Anhänger von denen anderer Parteien in Bezug auf das Vertrauen in gesellschaftlich relevante Institutionen unterscheiden. Das Ergebnis: Die AfD-Anhänger bringen beinahe jeder Institution geringeres Vertrauen entgegen als der Rest der Befragten. So trauen nur 72 Prozent der AfD-Sympathisanten der Polizei, bei der Gesamtbevölkerung sind es 85 Prozent.

Auch bei den Medien werden große Unterschiede deutlich: Während 60 Prozent der Befragten den Radioanstalten vertrauen, sind es unter AfD-Anhängern nur 28 Prozent. Den Zeitungen vertrauen 14 Prozent der AfD-Anhänger, insgesamt sind es 45 Prozent. Ähnlich große Differenzen gibt es bei den Meinungsforschungsinstituten (43 zu 61 Prozent), dem Papso (38 zu 58 Prozent), den Gewerkschaften (30 zu 51 Prozent), der evangelischen Kirche (26 zu 52 Prozent), dem Zentralrat der Juden (13 zu 42 Prozent) sowie dem Zentralrat der Muslime (0 vs 15 Prozent).

"Die Anhänger der AfD haben nicht nur zu den politischen Institutionen, sondern generell zu allen Institutionen ein extrem geringeres Vertrauen", ergänzt Güllner. Das in der Partei und ihren Anhängern tief verwurzelte Misstrauen sei ein Beleg dafür, wie groß die Kluft zwischen der Minderheit der AfD-Wähler und der großen Mehrheit des Volkes ist. "AfD-Anhänger stehen dem gesamten gesellschaftlichen System mit seinen verschiedensten Institutionen ablehnend und feindselig gegenüber." tt

 

 

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