Florian Stemmler "Spiegel" macht Pressesprecher von BMW-Agentur zum Kronzeugen gegen VW

Freitag, 19. Mai 2017
Serviceplan-Mann Florian Stemmler hat schlechte Erfahrungen mit einem VW-Reimport gemacht
Serviceplan-Mann Florian Stemmler hat schlechte Erfahrungen mit einem VW-Reimport gemacht
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Verbraucherschutzgeschichten gehen immer. Vor allem, wenn sie das klassische Muster David gegen Goliath bedienen. Noch besser, wenn Goliath ein Konzern wie Volkswagen ist, dem seit "Diesel-Gate" jede Schummelei (und weitaus mehr) zugetraut wird.
Das dachte man sich wohl auch beim "Spiegel", als Florian Stemmler von seinen Erfahrungen mit einem aus Polen reimportierten VW Passat berichtete. Das Auto wurde beim Export als Lkw klassifiziert, was offenbar zulässig ist und dem Konzern steuerliche Vorteile bringt. Für Stemmler brachte es vor allem Nachteile bei Zulassung und Versicherung. Aber weder der auf Reimporte spezialisierte Händler in Rostock noch Volkswagen konnten oder wollten dem enttäuschten Autokäufer helfen. Dafür aber der "Spiegel", der sich Stemmlers Sache annimmt.
Nun kann man ja darüber streiten, inwieweit man Mitleid mit einem Schnäppchen-Jäger haben muss, dessen Schnäppchen am Ende wohl doch keins ist und der die Schuld dafür vor allem bei anderen sucht - auch wenn man Volkswagen sicher nicht in Schutz nehmen muss. Die im konkreten Fall gewählte Exportdeklarierung erscheint in der Tat ziemlich seltsam. Und auch der Kundenservice wirkt nicht gerade vorbildlich, wenn die Antwort lautet, man könne sich ja beim Vorstand beschweren.

Nicht streiten kann man jedoch darüber, dass der "Spiegel" seine Kronzeugen überprüfen muss, auch bezüglich möglicher anderer Interessen. Besagter Herr Stemmler (laut "Spiegel" beruflich Kommunikationsprofi) ist nämlich Pressesprecher, genauer gesagt Head of Digital Corporate Communications, von Serviceplan – der Werbeagentur von BMW. Leider fehlt diese kleine, aber nicht ganz unwichtige Information in dem Artikel. mam

Update: Serviceplan legt Wert auf die Feststellung, dass Florian Stemmler als Privatperson und nicht im Auftrag der Agentur oder von BMW mit dem "Spiegel" gesprochen hat.
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