Fischer-Appelt-Gründer "Es gibt keine Prügeleien mehr"

Montag, 26. September 2016
Andreas (l.) und Bernhard Fischer-Appelt
Andreas (l.) und Bernhard Fischer-Appelt
Foto: Markus Nass
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Andreas Fischer-Appelt Bernhard Fischer-Appelt


Die Agenturgruppe Fischer-Appelt feiert dieser Tage ihr 30-jähriges Bestehen. Einst als kleine PR-Beratung in Hamburg gestartet, ist die "Creative Content Group" heute an sechs Standorten in Deutschland vertreten und beschäftigt rund 500 Mitarbeiter. 2015 erzielte Fischer-Appelt ein Honorarvolumen von 42 Millionen Euro. Für das laufende Geschäftsjahr erwarten die beiden Gründer Andreas und Bernhard Fischer-Appelt ein zweisteliges Wachstum. Im Interview mit HORIZONT sprechen sie über die Entwicklung und die Perspektiven ihres Unternehmens - und kündigen an, künftig auch in Media zu investieren.

Die Fischer-Appelt-Brüder über ...

... die PR-Herkunft ihrer Agentur:
Andreas Fischer-Appelt: Wir sind sehr froh über unsere Herkunft. Das PR-Erbe veschafft uns eine tolle Basis gerade bei modernen Themen wie Content und Influencer Marketing. Denn wir wissen wie man mit Inhalten umgehen muss, was die Medien interessiert und was sich gut verbreitet. Für viele Kollegen, vor allem in der Werbung, ist das weitgehend Neuland. ... ihre Experimente in der Werbung:
Bernhard Fischer-Appelt: Natürlich haben wir uns das eine oder andere Horn abgestoßen. Aber jetzt sind wir in einer guten Fahrspur. Wir wollen nicht Droga 5 oder die kreativere Werbeagentur werden, sondern lieber die kreativere Digitalagentur. Deswegen investieren wir in alle Bereiche, die für die Zukunft der Kommunikation wichtig sind.

... ihre Pläne im Media-Bereich:
Andreas Fischer-Appelt: Letztlich geht es darum, Inhalte für digitale Kanäle zu liefern. Das funktioniert aber nicht nur earned, sondern nach wie vor auch paid. Leider sind viele traditionelle Mediaagenturen nicht in der Lage, ein Produkt anzubieren, das zu unseren Anforderungen passt. Deshalb wollen wir dieses Thema stärker selbst in die Hand nehmen.
Bernhard Fischer-Appelt: Wir wollen nicht den großen Mediaagenturen Konkurrenz machen. Aber wenn es darum geht, einen Facebook-Post zu medialisieren, gibt es bislang eine Angebotslücke. Die granulare Aussteuerung von Content ist nicht die Sache der großen Player. Das eröffnet neuen Formen der Einbindung von Media und letztlich dem alten Fullservice-Gedanken wieder Chancen.

... ihre Rollenverteilung:
Andreas Fischer-Appelt: Mein Bruder steht in dieser Firma für den Wandel. Auch für unbequemen Wandel. Er hat permanent ein Auge darauf, wie wir uns aufstellen und verändern müssen, um weiter erfolgreich zu sein. Außerdem verkörpert er mehr die kreative und ich eher die PR-Kompetenz.

... ihr Verhältnis zueinander:
Andreas Fischer-Appelt: Natürlich geraten wir auch schon mal aneinander. Aber das wird nicht mehr wie früher ausgetragen - es gibt jetzt keine Prügeleien mehr. Inhaltlich geht es meist um die Frage, wir schnell und konsequent Wandel passieren muss. Mein Bruder drängt immer darauf, die Dinge sehr schnell umzusetzen, ich bin da vielleicht etwas vorsichtiger.

... einen möglichen Verkauf ihrer Agentur und die Gesellschafterstruktur:
Bernhard Fischer-Appelt: Weder für mich noch für meinen Bruder ist das derzeit eine Option. Wir haben keine Lust, den Sand auf irgendwelchen Inseln zu vermessen. Die Gesellschafterstruktur mit uns beiden als Alleininhabern der AG hat sich über viele Jahre bewährt. Aber wenn es Sinn ergibt, das Modell zu verändern, sind wir offen. Es ist nicht in Stein gemeißelt, dass nur wie beide AG-Anteile halten dürfen. mam

Das vollständige Interview lesen Sie in HORIZONT-Ausgabe 38/2016 vom 22. September

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