Fischer-Appelt Furore Kreativchef Daniel Wellschmiedt steigt aus

Donnerstag, 18. Juni 2015
Der Kreative Daniel Wellschmiedt lag offenbar nicht auf einer Wellenlänge ...
Der Kreative Daniel Wellschmiedt lag offenbar nicht auf einer Wellenlänge ...
Foto: Agentur

Nach etwas mehr als einem Jahr ist schon wieder Schluss: Daniel Wellschmiedt, Kreativchef des Fischer-Appelt-Werbeablegers Furore, verlässt die Hamburger Agentur. Das bestätigt Bernhard Fischer-Appelt auf Anfrage. Man habe sich einvernehmlich getrennt, erklärt der Gruppenvorstand. Zu den Gründen will er sich nicht weiter äußern. Wellschmiedt war bislang nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.
Aus dem Umfeld der Agentur ist allerdings zu hören, dass die Zusammenarbeit zwischen dem Kreativchef und dem Co-Gründer nicht gut funktioniert hat. Angeblich ist es immer wieder zu Interventionen von Fischer-Appelt in den Arbeitsbereich von Wellschmiedt gekommen, die dieser offenbar nicht länger hinnehmen wollte. Zudem blieb wohl unklar, welche Durchgriffsmöglichkeiten er bekommt. Bei seiner Verpflichtung hieß es, dass er die Vernetzung von Furore mit anderen Kreativeinheiten der Gruppe ausbauen und standortübergreifend tätig sein soll. Letztlich schien sein Einfluss aber auf Furore in Hamburg beschränkt. Auf der anderen Seite gibt es Stimmen, die sagen, die Führungsspitze sei nicht zufrieden mit der Neugeschäftsbilanz des Ablegers gewesen. Wellschmiedt hat die Werbeagentur zusammen mit General Manager Johannes Buzási geführt, der als Vertrauter von Fischer-Appelt gilt. Zusammen mit Wellschmiedt haben dem Vernehmen nach auch mehrere andere Kreative die Agentur verlassen. Bei Fischer-Appelt kommt es nicht zum ersten Mal vor, dass es in der Zusammenarbeit mit Kreativen aus dem Werbeumfeld hakt. Auch Hans Albers, der - anders als Wellschmiedt - sogar gleich als Kreativchef für die gesamte Gruppe verpflichtet wurde, hatte die Agentur Anfang 2012 ebenfalls nach relativ kurzer Zeit wieder verlassen. Er ist mittlerweile für Jung von Matt tätig. Wer in Zukunft die Kreation bei Furore verantworten wird, ist nicht bekannt. Inwieweit es gelingt, noch einmal einen renommierten Werber an sich zu binden, muss sich zeigen.

... mit Co-Gründer Bernhard Fischer-Appelt
... mit Co-Gründer Bernhard Fischer-Appelt (Bild: Agentur)
Co-Chef Fischer-Appelt betont, das Thema Kreation sei nicht an einzelne Köpfe gebunden, sondern eine "breite Bewegung" im Unternehmen. Die Agenturgruppe, die ihre Wurzeln im PR-Bereich hat, positioniert sich seit einiger Zeit als Creative Content Group und versucht, auch im Werbegeschäft Fuß zu fassen. Zu den Kunden, die man in diesem Feld betreut, gehört unter anderem das Land Niedersachsen. Zuletzt hatte Fischer-Appelt Furore mit einer Kampagne für die Techniker Krankenkasse punkten können, bei der Youtube-Star LeFloid als Testimonial auftrat. Den Etat hat die Agentur inzwischen allerdings an Jung von Matt verloren.

Bevor Wellschmiedt im April 2014 zu Fischer-Appelt kam, war er für Ogilvy & Mather in Düsseldorf tätig. Dort verantwortete er unter anderem das kreative Produkt für den Kunden Philips. Seine vorherigen Stationen waren Agenturen wie BBDO, Kolle Rebbe und Jung von Matt. Zudem war Wellschmiedt im Ausland tätig, unter anderem für Y&R in Argentinien und David & Goliath in den USA. mam
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