Fanta-Vier-Sänger Smudo "Rock ’n’ Roll ist wichtig für eine Agentur"

Freitag, 21. November 2014
Smudo ist Frontmann der Fantastischen Vier und Jurymitglied bei "The Voice of Germany" bei Pro Sieben
Smudo ist Frontmann der Fantastischen Vier und Jurymitglied bei "The Voice of Germany" bei Pro Sieben
Foto: Kai Nedden/Laif

Für die Fantastischen Vier läuft es gerade richtig rund: Vorige Woche erhielt die deutsche Hip-Hop-Formation einen Bambi, davor kletterte ihr neues Album "Rekord" auf Platz 1 der deutschen Albumcharts. Im Exklusivinterview mit HORIZONT verrät Bandmitglied Smudo, welchen Anteil die Hamburger Agentur Sinner Schrader an den Aktivitäten rund um das 25-jährige Bandjubiläum hat.

Smudo über...

...die digitale Vermarktung der Band: "Grundsätzlich ist das Thema digitale Vermarktung für das Musikbusiness natürlich nicht Neues. Ungewöhnlich ist allerdings die Zusammenarbeit mit einer professionellen Digitalagentur. Da sehe ich den Vorteil, dass die einfach einen besseren Überblick über die zahlreichen Vertriebsmöglichkeiten haben. Der Entertainmentkonsum funktioniert heute crossmedial, deshalb ist es superwichtig, überall stattzufinden – ob im TV, auf Spotify, bei Amazon oder in den sozialen Medien. Überall geht ein Browser auf und erzählt mir irgendwas. Und da wollen wir mitspielen."
„Mir kommt es gelegentlich so vor, als gäbe es im Agenturvolk stets auch ein bisschen die Sehnsucht, Kunst machen zu wollen.“
Smudo
...die Zusammenarbeit mit Sinner Schrader: "Sie haben eine andere Perspektive auf uns und einen Gesamtüberblick über die Online-Vermarktungsmöglichkeiten und vermutlich eine sachlichere Einschätzung der Lage als wir. Auf der anderen Seite kommt es mir gelegentlich so vor, als gäbe es im Agenturvolk stets auch ein bisschen die Sehnsucht, Kunst machen zu wollen. Rock’n’Roll ist wichtig für eine Agentur. So haben wir beide was voneinander. Abgesehen davon hat uns Sinner Schrader auf Ideen gebracht, auf die wir selbst vielleicht gar nicht gekommen wären.

Der Künstler:

Smudo alias Michael Bernd Schmidt, 46, stand am 7. Juli 1989 erstmals mit seinen Freunden Thomas D. (Thomas Dürr), Michi Beck (Michael Beck) und And.Ypsilon (Andreas Rieke) unter dem Namen Die Fantastischen Vier auf der Bühne. 2014 steht alles im Zeichen ihres 25-jährigen Bandjubiläums. Am 24. Oktober veröffentlichten die Fantas ihr neues Album „Rekord“, das es auf Platz 1 der deutschen Albumcharts schaffte. Mitte Dezember startet ihre Deutschlandtournee. Zudem ist Smudo aktuell zusammen mit Michi Beck als Juryduo bei „The Voice of Germany“ auf Pro Sieben und Sat 1 zu sehen.
...seine eigene Digital-Affinität: "Ich komme aus dem 64er-Nerdism der 80er-Jahre und bin von daher von Natur aus früh online gewesen. Ich habe 1995 auch unsere erste Internetseite selbst gemacht. Aber grundsätzlich interessiert uns das alle. Das Interesse an digitaler Technik war einer der Gründe, der uns in den 80ern zur Hip-Hop-Musik brachte. Andy hat beispielsweise unsere erste Rhythmusmaschine selbst gelötet und die entsprechende Software für die Bedienung geschrieben, in einer Zeit, in der wir uns keine hätten leisten können.

...die Inszenierung der Fanatstischen Vier als Marke: "Uns ist sehr wichtig, über unser öffentliches Bild bestmögliche Kontrolle zu haben, weil uns sehr daran liegt, in der Außendarstellung so rüberzukommen, wie wir uns auch selbst verstehen. Das Wort "inszenieren" stört mich, weil es unterstellt, wir würden etwas darstellen oder vorgeben zu sein. Wir sind aber, was wir sind, und das ist nicht immer einfach innerhalb eines Slogans oder einer Single darzustellen. Authentizität spielt im Musikbusiness nicht immer automatisch eine große Rolle. Bei uns speziell aber schon.

Exklusiv für Abonnenten:

Das komplette Interview mit Smudo HORIZONT-Abonnenten in der aktuellen Wochenzeitung, die auch auf dem iPad oder - nach einmaliger Registrierung - als E-Paper gelesen werden kann. Nicht-Abonennten können hier ein HORIZONT-Abo abschließen.
...die Sky-Go-Kampagne: "Neben der Tatsache, dass wir mit dem Partner etwas anfangen können, ist es vor allem wichtig, dass wir die Ideen gemeinsam entwickeln können. Bei Sky Go kamen erste Spot-Vorschläge, von denen wir dann mehrere Versionen gemeinsam weiterentwickelt haben. Dabei haben wir insofern schon Einfluss genommen, als dass sie so lange umgeschrieben wurden, bis wir sie alle lustig fanden."

...sein Interesse an Werbung: "Jeder, der sich für interessante Filme und Musik und gute Ideen interessiert, findet auch mal hier und da einen Spot toll. Ich liebe zum Beispiel den Werbefilm für die holländische Biermarke Bavaria von der Amsterdamer Agentur Selmore. Da geht es um die Band Opus und die Entstehungsgeschichte ihres größten Hits. Der Spot ist zwar schon älter, aber immer noch super, weil er den kreativen Prozess so wunderbar simplifiziert: Alles ist erst mal kompliziert. Dann einen Schluck Bier und aus "Life is a cosmic symphony" wird "Live is life".
Meist gelesen
stats