FDP-Auftritt Heimat-Chef Andreas Mengele: "Hätten wir Rot nehmen sollen?"

Freitag, 09. Januar 2015
Andreas Mengele berät die FDP
Andreas Mengele berät die FDP
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Schon lange stand die FDP nicht mehr so im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses wie in diesen Tagen. Vor allem das neue visuelle Erscheinungsbild sorgte für rege Beschäftigung mit den Liberalen, die künftig Freie Demokraten genannt werden wollen. Im Interview mit HORIZONT erklärt Andreas Mengele, Co-Chef der verantwortlichen Agentur Heimat, wie der neue Auftritt entstanden ist.

Herr Mengele, Sie haben der FDP die Farbe Magenta verordnet. Warum? Uns geht es darum, maximale Frische zu signalisieren. Der Umgang mit den Traditionsfarben Blau und Gelb allein hatte sich abgenutzt und bot wenig Spielraum. Wir wollten also im Wortsinn etwas mehr Farbe ins Spiel bringen.

FDP Logo Ne 2015
Bild: ´FDP

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Aber warum ausgerechnet Magenta? Hätten wir Rot nehmen sollen? Im Ernst: Die Auswahl an Signalfarben im politischen Bereich ist limitiert, die meisten sind schon besetzt. Außerdem hat die FDP früher schon Magenta genutzt, zum Beispiel für Störer auf Plakaten. Sie eignet sich einfach gut zur Aktivierung.

Das findet die Telekom auch. Haben Sie die Verwendung vorher geprüft? Natürlich haben wir das. Die Telekom hat sich einen bestimmten Magenta-Ton schützen lassen und dieser Schutz gilt auch nur für ihre eigene Branche, nicht für den politischen Bereich.

„Wir wollten weg vom Begriff "Die Liberalen", weil er kaum noch differenziert. Heute ist fast jeder irgendwie liberal. “
Andreas Mengele
Nun arbeitet das neue Logo ja nicht nur mit einer weiteren Farbe, sondern auch mit einer veränderten Wortmarke: aus "Die Liberalen" sind "Freie Demokraten" geworden. Ihre Idee? Ja, das war unser Vorschlag und ist mir ehrlich gesagt auch wichtiger, als allein auf die Farben zu gucken. Es geht doch nicht nur um einen neuen Anstrich. Wir wollten weg vom reinen Kürzel, von dem kaum noch Strahlkraft ausging. Und wir wollten auch weg vom Begriff "Die Liberalen", weil er kaum noch differenziert. Heute ist fast jeder irgendwie liberal. Auf der anderen Seite schwingt immer die Bedeutung neoliberal mit, und zwar im negativen Sinne.

Was ist demgegenüber denn der Vorteil von Freie Demokraten? Der Begriff steht für eine Erneuerung, die zu den Wurzeln der FDP zurückgeht. Keine andere Partei steht so für den Freiheitsgedanken. Das wollen wir stärker in den Vordergrund stellen. Freie Demokraten klingt selbstbewusst – und nicht nach Entschuldigung.

Die neue Verpackung allein wird der FDP nicht viel helfen. Sind Sie auch in die Inhalte eingebunden? Wir können als Werbeagentur einer Partei nicht die Themen diktieren. Das wäre vermessen. Aber wir werden schon gefragt, wenn es darum geht, wie man die Anliegen am besten kommunizieren kann. Das eigentliche Problem der FDP ist doch die Sichtbarkeit. Die Partei findet in der Öffentlichkeit viel weniger statt als früher, als sie noch im Bundestag saß. Salopp gesagt ist es unsere Aufgabe, dafür zu sorgen, dass die Leute auch mitkriegen, was die Freien Demokraten zu sagen haben. Interview: mam

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Das vollständige Interview lesen Sie in HORIZONT-Ausgabe 1-2/2015 vom 8. Januar , die auch auf dem iPad oder - nach einmaliger Registrierung - als E-Paper gelesen werden kann. Nicht-Abonennten können hier ein HORIZONT-Abo abschließen.

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