FCB-Chefs im Interview "Wir sind nie fertig"

Freitag, 04. November 2016
FCB-Chefs: Clara Schmidt-von Groeling, Christoph Nann (M.) und Daniel Könnecke
FCB-Chefs: Clara Schmidt-von Groeling, Christoph Nann (M.) und Daniel Könnecke
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Seit Mitte der Woche ist bekannt, dass FCB Hamburg künftig von einem Führungstrio geleitet wird: An die Seite von CEO Daniel Könnecke treten CCO Christoph Nann und Strategiechefin Clara Schmidt-von Groeling. In ihrem ersten gemeinsamen Interview erzählen Sie, was sich bei der Interpublic-Tochter geändert hat und wie sie die Agentur attraktiv für neue Kunden machen wollen.

Die FCB-Chefs über ...

... Nanns Weggang von Serviceplan:

Christoph Nann: Ich bin Serviceplan nach wie vor sehr verbunden. Ich habe dort viel gelernt. Aber am Ende war es vielleicht etwas zu selbstverständlich, dass ich da bin. Alle, auch ich, hatten sich bequem eingerichtet. Die Personalchefin hat mir gesagt, ich gehöre zum Inventar. Genau das war letztlich ein Teil des Problems: Wer will schon Inventar sein?

... Nanns Entschluss, bei FCB einzusteigen:

Nann: FCB ist eine wahnsinnig spannende Agenturmarke, die in Deutschland vielleicht etwas eingeschlafen war. Zusammen mit den Kollegen für frische Impulse zu sorgen und die Agentur auch bei uns wieder dahin zu führen, wo sie hingehört, ist eine sehr reizvolle Aufgabe. Dass Beiersdorf und Nivea hier eine tragende Rolle spielen, empfinde ich nicht als Last, sondern im Gegenteil als riesengroße Chance für uns alle.

... den nochmaligen Umbau der Agentur:

Daniel Könnecke: Die Räume waren mal für 200 Leute und mehr ausgelegt. Als ich angefangen habe, waren wir 120 – auf der gleichen Fläche. Die Wege waren viel zu lang, das war nicht gut für die Zusammenarbeit. Deswegen haben wir umgebaut. Jetzt findet wieder Kommunikation und ein lebendiges Miteinander statt. Generell bin ich davon überzeugt, dass die Dinge nie fertig sind. Der Markt verändert sich ständig, also müssen auch wir uns immer verändern.

... die Frage nach dem Plan für die Agentur:

Könnecke: Wir haben einen. Und wir haben schon einiges umgesetzt. Wir haben zum Beispiel agile Arbeitsweisen etabliert und dadurch die interne Zusammenarbeit deutlich verbessert. Auch beim Thema Mitarbeiterzufriedenheit und der Frage, wie wir digital noch stärker werden, hat sich einiges getan. Aber wie gesagt, ich glaube nicht, dass wir je damit fertig werden, die Agentur schlagkräftiger zu machen.

... die konkreten Veränderungen:

Clara Schmidt-von Groeling: Die Agentur ist eine völlig andere. FCB war früher sehr traditionell aufgestellt: mit vielen Hierarchiestufen, vielen Köpfen, stark prozesslastig, ziemlich langsam und sehr klassisch geprägt. Das hat sich komplett gedreht. Seit Daniel da ist, sind wir viel moderner. Wir können freier und unabhängiger arbeiten. Das Einzige, was uns noch gefehlt hat, war ein starker Partner für die Kreation. Den haben wir mit Christoph jetzt an Bord.

... die Erlaubnis des Networks, trotz roter Zahlen (2014) noch mal zu investieren:

Schmidt-von Groeling: Es gibt Networks, da wäre das nicht möglich gewesen. Hier ist das anders. Die lokale Agentur kann und soll wie eine unternehmergeführte Agentur agieren. Wir können selbst entscheiden, was wir machen und was nicht. Natürlich will das Network am Ende des Tages auch Gewinne sehen. Aber sie reden einem nicht ständig rein und beachten die Gegebenheiten des lokalen Markts. mam

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