FC St. Pauli Jung von Matt/Sports und Protofy entwickeln neue Website des Kiezclubs

Freitag, 28. Oktober 2016
Screenshot der neuen Homepage des FC St. Pauli
Screenshot der neuen Homepage des FC St. Pauli
Foto: www.fcstpauli.com

Der sportlich derzeit schwer unter Druck stehende FC St. Pauli hat eine neue digitale Heimat: Die Website des Hamburger Zweitligisten wurde unter Regie von Jung von Matt/Sports und Protofy zu einem Content-Portal umgestaltet, das neben vereinseigenen Informationen über den Kiezclub auch externe Inhalte aus Blogs und Social Media abbilden soll. "Ziel ist es, zukünftig nahezu alles auf der Seite abzubilden, was es im Internet zum FC St. Pauli zu finden gibt", wie der FC in einer Mitteilung erklärt.
Dahinter dürfte die Einsicht stehen, dass moderne Profifußball-Clubs heutzutage mehr sind, als reine Sportvereine. Clubs wie der FC Bayern München oder Borussia Dortmund agieren längst wie Medienhäuser: Sie konzipieren, produzieren und verbreiten selbst Inhalte. Da möchte der FC St. Pauli offensichtlich auch hin: "Unsere Idee ist es, die Seite von einer klassischen Clubhomepage zu einem Newsportal über den FC St. Pauli zu entwickeln", sagt Marketingleiter Martin Drust.
Grund für den Relaunch sei die veraltete Infrastruktur der Website gewesen, was sich letztendlich negativ auf Bedienbarkeit, Kosten und Leserfahrung ausgewirkt habe, erklären die Verantwortlichen im Vereins-Blog. Das neue Portal soll diese Missstände beheben: So soll durch einen verstärkten Einsatz der Farbe Weiß die Lesbarkeit verbessert werden, außerdem verzichtet die Website auf Hintergrundbilder, um die Ladezeiten zu verbessern. Durch Responsive Design sollen alle Inhalte auch für Mobilgeräte optimiert sein, weshalb die offizielle Vereins-App, nach Angaben des FC St. Pauli ohnehin nur eine Übergangslösung, demnächst abgeschaltet werden soll.

Die inhaltlich größte Veränderung dürfte die Wandlung der Website zu einem Aggregator sein: Neben den klassischen Newsinhalten finden die Nutzer einen Social-Media-Feed, Videoinhalte sowie Inhalte von externen Medien wie Zeitungen, Blogs oder Social Media Accounts. "Damit soll nicht zuletzt der diskursive Anspruch des Vereins auch auf der Website widergespiegelt werden", sagt Christoph Pieper, Leiter Medien beim FC St. Pauli. Zunächst wolle man dabei selbst kuratieren und dafür die Nutzungserlaubnis bei den Urhebern einholen, "irgendwann soll das aber mal automatisiert passieren", heißt es im FC-Blog.

Auch das Thema Werbung sparen die Verantwortlichen nicht aus: "Für Partner und Sponsoren ist die neue Seite ebenfalls attraktiver, bietet sie doch moderne Ansätze für die Vermarktung wie Native-Advertising oder Content Marketing." Dieser Punkt könnte sich als wichtig erweisen, da der FC St. Pauli auf seinen klassischen Werbeflächen praktisch ausverkauft ist und sich neue Erlöspotenziale demnach in erster Linie durch neue Plattformen und Formate ergeben dürften. Der ehemalige Thjnk-Digitalchef Drust will vor allem Native Advertising ausbauen, wohingegen man Display-Banner mittelfristig gar nicht mehr schalten will.
FC St. Pauli Split
Bild: FC St. Pauli

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Entwickelt und umgesetzt wurde die neue Website von Jung von Matt/Sports und Protofy. Beide Agenturen hätten sich in einem Ausschreibungsprozess durchgesetzt, bei dem final fünf Partner Angebote abgegeben hätten. "Die beiden Agenturen verfolgen einen modernen und unkomplizierten Entwicklungsansatz, der sehr gut zu uns passt. Wir wollten nicht nur einen agilen Prozess, sondern auch eine maximal flexible und agile Website, um schnell und mit Bordmitteln auf Feedback oder neue Entwicklungen reagieren zu können", so Drust.

Im klassischen Bereich wird der FC St. Pauli schon lange von Nordpol betreut. Die Hamburger Agentur hat vo Kurzem die aktuelle Saisonkampagne für den Zweitligisten vorgestellt. Zudem wirbt auch der Ausrüster Under Armour mit dem FC. In Deutschland gehört der Kiezclub zu den stärksten Vereinsmarken: In der Fußballstudie der Technischen Universität Braunschweig belegt der FC St. Pauli Platz 4. ire
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