Equal Pay Day Wieso McCann mit männlichen Porno-Stars für mehr Gleichberechtigung wirbt

Montag, 10. April 2017
McCann wirbt mit klassischen Porno-Klischeerollen für mehr Gleichberechtigung
McCann wirbt mit klassischen Porno-Klischeerollen für mehr Gleichberechtigung
Foto: McCann

Auf den ersten Blick wirkt es wie ein verspäteter April-Scherz, wenn McCann Madrid die Unterbezahlung von männlichen Porno-Darstellern anprangert. Bei genauerem Hinschauen entpuppt sich die Kampagne "Obscene Gap" aber als subtiler Hinweis auf die noch immer mangelhafte Gleichberechtigung von Mann und Frau in Gehaltsfragen. Zum amerikanischen Equal Pay Day sensibilisiert die Agentur mit ihrem ironischen Film für die Anliegen der NGO International Business Women.
Der 90-sekündige Spot ist im Stile einer Dokumentation aufgemacht. McCann Madrid und die Produktionsfirma Lee zeigen verschiedene Männer, die in ihren vermeintlichen Berufen als Pizza-Fahrer, Poolboy, Tennistrainer oder Handwerker zu sehen sind - und dazwischen in Interviews ihr Leid über die fehlende Gleichberechtigung von Mann und Frau klagen. Diese verdienten in ihren Jobs 30 Prozent mehr. Was erst am Ende klar wird: Eigentlich sind die Testimonials als Porno-Darsteller tätig - einer Branche, in der Frauen tatsächlich besser bezahlt werden.
Der TV- und Onlinefilm (Regie: Sega Y Fede) wirbt für das Anliegen der NGO International Business Women (IBWOMEN), die sich weltweit für die Gleichberechtigung von Frauen und Männern einsetzt. McCann Madrid und IBWomen rufen mit "Obscene Gap" dazu auf, an einer Online-Petition teilzunehmen. "Werbung kann durch Kreativität Entrüstung auslösen. Genau das war unser Ziel mit der Kampagne für IBWomen", sagt Monica Moro, Chief Creative Officer bei McCann Madrid. "Die provokante Frage, die wir also aufgreifen, lautet: müssen  Frauen wirklich in die Pornographie gehen, um mehr als Männer zu verdienen." fam
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