Die heißesten Agenturen Deutschlands Elbdudler - gelebte Transparenz

Freitag, 03. Juni 2016
Elbdudler ist eine der heissesten Agenturen Deutschlands
Elbdudler ist eine der heissesten Agenturen Deutschlands
Foto: dfv
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Christopher Rohs


Elbdudler polarisiert. Wie die Agentur funktioniert, wie die Chefs agieren, wie die Mannschaft zusammenarbeitet – alles ist anders. Anders als bei sonstigen Agenturen, die Auftragskommunikation in Internet und Social Media gestalten. Und jeder hat eine Meinung dazu: Spontane Begeisterung, vorsichtige Skepsis, spöttische Ablehnung – zwischen diesen drei Meinungen schwankt die Reaktion auf die radikal andere Unternehmenskultur von Elbdudler.
Elbdudler ist eine Agentur, bei der tatsächlich größtmögliche Transparenz gelebt wird – beispielsweise beim Thema Gehalt, das andere Dienstleister – wie die meisten Unternehmen überhaupt - gerne hinter geschlossenen Türen verhandeln. Sonst könnten Mitarbeiter ja merken, dass die geforderte kleine Gehaltserhöhung nicht drin ist, weil der Bonus des Chefs ordentlich gestiegen ist. Bei Elbdudler weiß jeder, was der andere verdient, welche strategischen Schritte anstehen, woran wer arbeitet. So viel Transparenz kann auch anstrengend sein - zum Beispiel wenn ein Mitarbeiter gerne mehr Gehalt will und sich dem entsprechenden Prozess stellen muss: Mehrere Kollegen und Vorgesetzte, die seine Leistung beurteilen können, müssen an einen Tisch, um die Forderung zu diskutieren. Damit noch nicht genug. Beim sogenannten Meta-Meeting wird das Ergebnis der Diskussion erneut zur Debatte gestellt - nicht immer schmerzfrei für den Fordernden: Es kann auch sein, dass das Kollektiv ablehnt, nachdem sich Einzelne öffentlich gegen den Wunsch geäußert haben. Was den Schmerz im Einzelfall lindern kann: Auch die Chefs müssen sich dem stellen. Außerdem haben die Mitarbeiter sich diese Chefs selbst ausgesucht. Wie? Ganz demokratisch per Wahl. „Transparenz im Unternehmen fordert alle bei Elbdudler. Schließlich gibt es bei der offenen Diskussion über Themen wie Gehälter auch immer wieder mal ein Veto oder negatives Feedback. Das erfordert zum einen viel Mut und muss aber auch ausgehalten werden“, stellt Geschäftsführer Christopher Rohs klar.

Auch das Schaffen ist öffentlich bei Elbdudler. Im Einzelbüro vor sich hinbrüten, prokrastinieren, sich verstecken – geht nicht. Alle sitzen zusammen in einen großen Raum – zugegeben einem besonders schönen, einer ehemaligen Kirche in der Hamburger Lutterothstraße, weit, hell, geräumig, frisch. Dennoch ist der Rückzug möglich, im Team, alleine – aber nur zum Arbeiten. Wer Ruhe braucht, um einen Pitch vorzubereiten, ein Konzept zu formulieren oder für ein Brainstorming: Für all das stehen separate Räume wie die sogenannten Talkboxen für bis zu vier Personen und seit dem aktuellen Erweiterungs-Umbau auch drei Konferenzräume bereit.

Noch mehr Rückzug gibt es nur im Home Office, das genau wie verschiedene Teilzeitmodelle zu den Freiheiten gehört, die Elbdudler seinen Mitarbeitern bietet. „Solche Angebote muss es einfach geben, sonst könnten wir uns nicht einen geilen Arbeitgeber nennen“, stellt Rohs ganz trocken und selbstbewusst fest. Zum „geilen Arbeitgeber“ gehört auch, dass Elbdudler erfolgreich ist, auf allen Ebenen. Dazu muss jeder seinen Beitrag leisten – auch das gehört zur Unternehmenskultur der hamburger: „Wir bieten unseren Mitarbeitern sehr viele Freiheiten, arbeiten aber auch sehr leistungsorientiert und bauen dabei auf die Eigenverantwortung und intrinsische Motivation der Mitarbeiter“, sagt er. Heißt: Keine Boni, um zu motivieren. Dafür stehen jedem bestenfalls zwei von acht Stunden am Tag für die persönliche Weiterentwicklung beziehungsweise die seines Gewerks oder der Agentur zur Verfügung. Eine Regelung, die – wie Rohs zugibt – nicht immer eingehalten werden kann, aber angestrebt wird.

Das kann auch als Antwort auf die Kritiker aus den Chefetagen anderer Agenturen gewertet werden, die Elbdudler entgegenhalten, die genannten Freiheiten seien gar nicht umzusetzen. Dass nicht alles geht weiß auch Rohs, wie beispielsweise Jobsharing in der Beratung. Er weiß aber auch, dass vieles machbar ist. Und, dass das Modell Elbdudler funktioniert: Seine Mitarbeiter sind zufrieden, Bewerber zu finden, ist kein Problem. Und auch die Auftraggeber lassen sich überzeugen – zuletzt in 100 Prozent der Pitches, erzählt der Elbdudler-Chef. Deshalb ist die heute über 50 Mitarbeiter starke Agentur seit Jahresbeginn um rund 20 Kollegen gewachsen. ems
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