Effie Affäre GWA beauftragt Kanzlei Oppenhoff & Partner

Montag, 21. Dezember 2015
Die Kanzlei Oppenhoff & Partner soll die Effie-Affäre aufklären
Die Kanzlei Oppenhoff & Partner soll die Effie-Affäre aufklären
Foto: GWA

Der Gesamtverband Kommunikationsagenturen GWA hat eine Kanzlei gefunden, die die Vorgänge rund um die nachträgliche Vergabe des goldenen Effie an die Agentur Jung von Matt überprüfen soll. Beauftragt wurde die auf Compliance-Themen spezialisierte Anwaltspraxis Oppenhoff & Partner. Sie hat ihren Stammsitz in Köln, ist aber auch mit einem Büro am Verbandssitz in Frankfurt vertreten.
Was konkret Gegenstand des Prüfauftrags ist, teilt der GWA in seiner aktuellen Presseerklärung nicht mit. Bevor sich Präsident Wolf Ingomar Faecks wegen Befangenheit aus dem Verfahren zurückzog, hatte er in einer Mail an die Verbandsmitglieder den Auftrag wie folgt formuliert: "Gegenstand der Prüfung ist sowohl die Einreichung des Cases durch Philipp und Keuntje, der gesamte Jurierungsprozess und auch die Korrektheit der im offenen Brief von Frank-Michael Schmidt erhobenen Anschuldigungen." Dabei gehe es darum, genau zu analysieren, inwieweit von den handelnden Personen gegen Regularien verstoßen wurde - auch von Faecks selbst, der Streraths Vorgehen gebilligt hatte. Zudem sollte geprüft werden, ob die Prämierung des Astra-Cases bestehen bleiben kann oder gegebenenfalls korrigiert werden muss. Auf Nachfrage teilte Faecks seinerzeit mit, dass die Rechtsanwälte auch untersuchen werden, ob die öffentlichen Vorwürfe rechtlich problematisch sind, sofern sie sich als in Teilen faktisch falsch erweisen und damit eventuell rechtlich relevante Tatbestände erfüllen.

Zur Erinnerung: Scholz & Friends-Chef Schmidt hatte in einem öffentlichen Brief Effie-Jurychef Strerath vorgeworfen, beim prämierten Astra-Case von Philipp und Keuntje seiner eigenen Agentur Jung von Matt nachträglich einen goldenen Effie zugeschanzt zu haben. Strerath hat den Vorwurf der Manipulation stets zurückgewiesen, ist aber von allen Verbandsämtern zurückgetreten. Mit ersten Ergebnissen der Überprüfung durch Oppenhoff & Partner rechnet der GWA für Anfang Februar. mam

Update: Inzwischen hat der GWA den Prüfauftrag konkretisiert. Laut Vorstandsmitglied Wolfgang Pachali, der zusammen mit Schatzmeister Thomas Eickhoff die Überprüfung koordiniert, geht es um folgende Punkte: Bindende Wirkung der Jurysitzung, die Zulässigkeit einer Nachmeldung, die Gültigkeit einer fehlerbehafteten Einreichung, die Möglichkeit einer nachträglichen Beanstandung, die Prozess-Gestaltungsfreiheiten des Veranstalters sowie den Handlungsbedarf bezogen auf das zukünftige Regelwerk.
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