Effie-Affäre GWA-Präsident Wolf Ingomar Faecks verzichtet auf die Vertrauensfrage

Donnerstag, 21. April 2016
Keine Vertrauensfrage: GWA-Chef Wolf Ingomar Faecks
Keine Vertrauensfrage: GWA-Chef Wolf Ingomar Faecks
Foto: Sapient Nitro

Der Präsident des Gesamtverbands Kommunikationsagenturen GWA Wolf Ingomar Faecks bleibt unverändert im Amt. Wie er in einer Mail an die Mitglieder ankündigt, wird er darauf verzichten, die Vertrauensfrage zu stellen. Wegen seines Verhaltens in der Effie-Affäre hatte er diesen Schritt zunächst angeboten - falls es die GWA-Agenturen wünschen. Das tun sie offenbar nicht.
Bis zum Ablauf der Frist Mitte voriger Woche haben sich nur zwei Mitglieder mit der Aufforderung zum Rücktritt von Faecks bei der GWA-Geschäftsstelle gemeldet. Mehr als 25 haben dem Präsidenten den Rücken gestärkt und ihre Unterstützung bekundet. Der überwiegende Teil der rund 100 Verbandsagenturen hat sich gar nicht gemeldet. Dieses Stillschweigen wird vom Verband als Zustimmung gewertet. "Angesichts dieses klaren Meinungsbilds hat der Gesamtvorstand entschieden, keine außerordentliche Mitgliederversammlung einzuberufen. Von einer besonderen Vertrauensfrage werde ich dementsprechend absehen", schreibt GWA-Chef Faecks seinen Kollegen. Gleichzeitig betont er, dass die nächste Mitgliederversamlung im November Gelegenheit biete, "im Rahmen der Entlastungsentscheidung auch den Effie-Case noch einmal zu diskutieren".

Aktuell sind der neue Jurychef Michael Trautmann (Thjnk), die Geschäftsstelle und externe Anwälte damit beschäftigt, die Teilnahmebedingungen für den Effie-Wettbewerb zu überarbeiten und klarer zu definieren. Die Kanzlei Oppenhoff & Partner, die die Vergabe des goldenen Effies an die Biermarke Astra und die Agentur Philipp und Keuntje sowie die nachträgliche Auszeichnung für Jung von Matt untersuchte, hatte deutliche Defizite in den Regularien ausgemacht.

Zudem hatten die Juristen festgestellt, dass der damalige Jurychef Thomas Strerath (Jung von Matt) und GWA-Präsident Faecks Fehler bei der Bewertung des Falles gemacht haben. Daraufhin hatte Faecks, im Hauptberuf Chef der Agentur Sapient Nitro, die Vertrauensfrage angeboten - wenn die Mitglieder dies wünschen. Strerath war bereits im Herbst vorigen Jahres von allen GWA-Ämtern zurückgetreten, nachdem ihm Scholz & Friends-Chef Frank-Michael Schmidt in einem offenen Brief vorgeworfen hatte, als Effie-Jurychef seine Agentur Jung von Matt bevorteilt zu haben. mam
Meist gelesen
stats