Douglas-Pitch Warum Scholz & Friends nicht mitmachen durfte

Freitag, 26. Juli 2013
Douglas bleibt in der Diskussion (Foto: Oliver Tjaden)
Douglas bleibt in der Diskussion (Foto: Oliver Tjaden)

Die Pitch-Entscheidung von Douglas erhitzt auch zwei Wochen nach Bekanntwerden noch die Gemüter in der Agenturbranche. Die Parfümerie-Handelskette hatte den Etat an die Agentur Thjnk vergeben. Weil deren Chefin Karen Heumann auch im Aufsichtsrat der Douglas-Holding sitzt, witterten einige Marktteilnehmer Schiebung. Agentur und Unternehmen haben das mit deutlichen Worten zurückgewiesen. Dennoch muten einige Details des Pitches zumindest seltsam an. So durfte Scholz & Friends (S&F) auf Anraten der Rechtsabteilung des Handelskonzerns nicht an dem Wettbewerb teilnehmen. Begründet wurde dies mit einem möglichen Compliance-Konflikt, der sich aus der Ehe von S&F-Vorstand Wolf Heumann mit Douglas-Aufsichtsrätin Karen Heumann ergebe. Bei ihr selbst sah man offenbar keine derartigen Probleme, obwohl sie Vorstand und Miteigentümerin von Thjnk ist.

"Sämtliche Prozesse fanden in Einklang mit den Corporate-Governance- und Compliance-Regelungen unseres Unternehmens statt. Zudem erfolgte die Teilnahme von Frau Heumann und der Agentur Thjnk mit ausdrücklicher Zustimmung des Aufsichtsrats der Holding", teilt ein Douglas-Sprecher mit. Auch für S&F fand sich übrigens noch eine Lösung: Ins Rennen ging ein Team unter dem Label der Muttergesellschaft Commarco.

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Douglas betont noch einmal, dass der Pitch "ein für alle Agenturen transparenter Prozess war". Schon bei der Vergabe hatte Douglas auf ein umfassendes Verfahren nach GWA-Empfehlungen hingewiesen. Einen wichtigen Punkt scheint man allerdings ignoriert zu haben: Unter "Spielregeln" heißt es in dem Leitfaden des Verbands, dass gleiche Bedingungen für alle Teilnehmer zu gewährleisten sind - unter anderem Transparenz über die anderen Pitch-Teilnehmer. Dem Vernehmen nach war den mutmaßlich sechs Kandidaten aber nicht bekannt, gegen wen sie antreten mussten.

Für die Teilnahme an dem Pitch hat Douglas pro Teilnehmer ein Honorar von 5000 Euro gezahlt. mam
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