Digital Dopamine Razorfish untersucht weltweite Trends im digitalen Marketing

Dienstag, 18. November 2014
Razorfish-CEO Sascha Martini rät Marken dazu, sich mit dem Konsumentenverhalten einzelner Generationen und Märkte genau zu beschäftigen
Razorfish-CEO Sascha Martini rät Marken dazu, sich mit dem Konsumentenverhalten einzelner Generationen und Märkte genau zu beschäftigen
Foto: Razorfish

Dass die Digitalisierung das Marketing fundamental umkrempelt, ist inzwischen eine Binse. Welche Trends dabei den meisten Einfluss haben, ist jedoch von Markt zu Markt unterschiedlich. In der Studie "Digital Dopamine" hat sich die Digital-Agentur Razorfish der Frage angenähert, wie sich digitale Technologien auf das Konsumentenverhalten der Menschen in vier großen Märkten auswirken.
Insgesamt wurden rund 1680 Internetnutzer in den USA, Großbritannien, China und Brasilien hierzu befragt. Dabei kristallisierten sich 5 Themenschwerpunkte heraus. Der erste davon betrifft die Kluft der Generationen. Die zur Jahrtausendwende geborene Generation nutze E-Commerce-Angebote völlig anders als die Generation X, also Menschen, die zwischen 1965 und 1980 geboren wurden. So sei für 56 Prozent der US-Millenials das Smartphone das beliebteste In-Store-Shopping-Tool, während dies nur auf 28 Prozent aus der Generation X in den USA zutrifft. So weit, so banal. Die zweite Aussage, die Razorfish unter dem Schlagwort "Die digitale Erlebnisgesellschaft" zusammenfasst, dürfte die werbungtreibende Industrie schon eher aufhorchen lassen: mehr als 50 Prozent der Konsumenten aus den USA und Großbritannien sowie 69 Prozent der Konsumenten aus China gaben an, dass sie "alles tun, was in ihrer Macht steht", um keine Werbung zu sehen. Gleichwohl sagten zwischen 70 und 77 Prozent der Konsumenten aus diesen drei Märkten, dass es ihnen nichts ausmache, Werbung zu sehen, wenn sie dadurch Zugang zu Online-Inhalten bekämen.

Trend 3 - "Nahtloser E-Commerce" - behandelt das zunehmende Verschwimmen der Grenzen zwischen On- und Offline-Shopping. Die Mehrzahl der Konsumenten in den USA (zwei Drittel), Großbritannien (69 Prozent) und Brasilien (77 Prozent) kauft Produkte nur dann online ein, wenn die Möglichkeit zum Umtausch besteht. Zugleich beurteilt eine immer größere Zahl der Konsumenten digitale Technologie nicht unter praktischen, sondern auch unter emotionalen Gesichtspunkten ("Digitale Konditionierung"). Mehr als 70 Prozent der Befragten in allen vier Märkten gaben an, dass es sie mehr freut, wenn online erworbene Produkte mit der Post ankommen, als wenn sie Dinge in einem Geschäft gekauft haben.

Punkt 5 zeigt, dass die Menschen in den Wachstumsmärkten China und Brasilien anspruchsvoller mit digitalen Technolgien umgehen: 79 Prozent der chinesischen und 87 Prozent der brasilianischen Konsumenten finden, dass die meisten Online-Shops verbessert werden sollten - in den USA und Großbritannien stimmen dieser Aussage nur 52 und 50 Prozent zu. Überdies sagen 92 Prozent der Befragten aus China und 84 Prozent der Brasilianer, dass schlechte Websites ihre Meinung über eine Marke negativ beeinflussen.

"Aus den Studienergebnissen wird deutlich, dass Marken sich das digitale Dopamin zu Nutze machen müssen, um mit ihren Kunden in Verbindung zu treten und relevant zu bleiben", sagt Sascha Martini, CEO von Razorfish Deutschland. "Es geht darum, genau zu verstehen, wie unterschiedlich die einzelnen Genrationen und Märkte mit digitaler Technologie interagieren. Oder besser gesagt: Es reicht nicht mehr aus, der Welt Versprechungen zu machen, ohne gleichzeitig auch einen echten Mehrwert zu liefern." ire
Meist gelesen
stats