Digital-Agenturen Omnicom greift nach Tor­ben, Lu­cie und die gel­be Ge­fahr

Donnerstag, 08. Januar 2015
Christoph Bornschein könnte mit TLGG bald Teil des OmnicomRechs werden
Christoph Bornschein könnte mit TLGG bald Teil des OmnicomRechs werden
Foto: TLGG

Seit 2008 ist Tor­ben, Lu­cie und die gel­be Ge­fahr als inhabergeführte Digitalagentur im deutschen Markt aktiv. Das mit der Eigenständigkeit könnte sich aber schon bald erledigt haben. Die US-Agenturholding Omnicom will den Berliner Social-Media-Spezialisten übernehmen.
Wie aus einer Liste des Bundeskartellamts zu laufenden Fusionskontrollverfahren hervorgeht, hat die US-Agenturholding bereits vor knapp drei Wochen den Übernahmeplan ins Rollen gebracht. Dem kurzen Eintrag auf der Seite des Bundeskartellamts zufolge hat die Omnicom Group am 19. Dezember 2014 angemeldet, den "mit­tel­ba­ren Kon­trol­l­er­werb" bei Torben, Lucie und die gelbe Gefahr übernehmen zu wollen. Torben, Lucie und die gelbe Gefahr rund um die Geschäftsführer Christoph Bornschein, Fränzi Kühne und Boontham Temaismithi arbeitet mit inzwischen knapp 100 Mitarbeitern für rund 80 Kunden, darunter namhafte Marken wie Eon, Lufthansa, Astra, die Huk-Coburg und Swisscom. Die Social-Media-Agentur, die sich inzwischen auch als Unternehmensberatung und Kreativagentur positioniert, hat nach eigenen Angaben zuletzt einen Umsatz von knapp 10 Millionen Euro erwirtschaftet. In einem Ranking der Consulting-Agentur R3 werden die Berliner als eine der 40 weltweit wichtigsten Social-Media-Agenturen genannt.

Die Agenturholding Omnicom, deren Fusion mit Publicis 2014 grandios scheiterte, hatte Mitte vergangenen Jahres mit der Übernahme von Heimat für Schlagzeilen gesorgt. Wettbewerber Publicis hingegen machte Ende vergangenen Jahres mit dem 3,7 Milliarden US-Dollar schweren Kauf von Sapient - und der Ankündigung, die digitale Nummer 1 der Werbeholdings werden zu wollen - von sich reden. Dass Omnicom nun digital ebenfalls aufrüstet, ist daher keine Überraschung. Vor dem Hintergrund, dass die US-Holding bislang darauf verzichtet hat, eigene Digital-Units zu etablieren und die Digitalkompetenz eher in klassischen Netzwerkagenturen wie BBDO, DDB und TBWA ansiedelt, spricht vieles dafür, dass  Tor­ben, Lu­cie und die gel­be Ge­fahr nach der Übernahme in einem der Netzwerke aufgeht.

Ob das Bundeskartellamt die Übernahme genehmigt - und wenn ja, wann - ist noch unklar. Die erste Prüfphase dauert einen Monat - und endet damit am 19. Januar. Sollte die Behörde den Deal als problematisch einschätzen, würde eine zweite, dreimonatige Prüfung erfolgen. Bei Torben, Lucie und die gelbe Gefahr will man sich zu dem Thema genauso wenig äußern wie bei Omnicom. "Kein Kommentar", heißt es bei beiden Unternehmen. mas
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