Dentsu Aegis Network Klage von Ex-CEO Bölte wirft Fragen auf

Freitag, 13. März 2015
Andreas Bölte streitet mit seinem Ex-Arbeitgeber über eine Kündigung
Andreas Bölte streitet mit seinem Ex-Arbeitgeber über eine Kündigung
Foto: DAN
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Andreas Bölte Dentsu


Die vor kurzem bekannt gewordene Zivilklage des früheren Deutschland-CEO von Dentsu Aegis Network (DAN) Andreas Bölte wirbelt einigen Staub auf. Denn inzwischen weiß man, wie der genaue Klagevorwurf lautet. Nach Auskunft des Landgerichts Wiesbaden strebt Bölte an, die Unwirksamkeit einer Kündigung feststellen zu lassen. Der Streitwert wird mit 614.808 Euro angegeben.
Bemerkenswert ist der Klagevorwurf nicht zuletzt deshalb, weil bislang nie von einer Kündigung, sondern von einem freiwilligen Schritt Böltes die Rede war. Bis zuletzt wurde berichtet, dass der Manager derzeit nur freigestellt sei. In der Pressemitteilung vom 14. August 2014 zu seinem Ausstieg hieß es sogar: "Andreas Bölte hat sich aus persönlichen Gründen dazu entschlossen, das Unternehmen zum Ende des Jahres zu verlassen. Nach mehr als zehn Jahren in der Verantwortung für die Region möchte er neue Herausforderungen annehmen und sich anderen Themen zuwenden. Er wird DAN während der Übergangszeit mit seiner langjährigen Erfahrung unterstützen und beratend zur Seite stehen."
Andreas Bölte verlässt nach zehn Jahren das Dentsu Aegis Network (Foto: DAN)
Bild: Agentur

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Daraus ist offenbar nichts geworden. Stattdessen gab es eine Kündigung. Mit der eingereichten Klage versucht Bölte wohl nicht nur, die Unwirksamkeit dieser Kündigung feststellen zu lassen, sondern macht auch Zahlungsansprüche geltend. Wie der Streitwert von fast 615.000 Euro zustande kommt, ist nicht bekannt. Denkbar ist jedoch, dass es sich dabei um ein Jahresgehalt von Bölte handelt. Damit verbunden ist die Frage, zu wann dem Ex-CEO gekündigt wurde. Sollte eine ordentliche Kündigung erst zu Ende 2015 möglich sein, wie kolportiert wird, müsste die Trennung zu einem früheren Zeitpunkt anders begründet werden.

Ob in diesem Zusammenhang womöglich die hohen kundenbezogenen Rückstellungen eine Rolle spielen, die DAN in seine letzte öffentlich zugängliche Bilanz eingestellt hat, ist unklar. Dieser Posten erhöhte sich um mehr als 500 Prozent auf über 7 Millionen Euro. Die Agenturgruppe begründet das mit "internen Umstrukturierungen".

Zum konkreten Klagevorwurf von Bölte und der Frage, ob er damals freiwillig gegangen oder gekündigt worden sei, will sich DAN nicht äußern. "Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir die personalrechtliche Angelegenheit zwischen Herrn Bölte und Dentsu Aegis Network in der Öffentlichkeit aktuell nicht weiter kommentieren werden", teilt das Unternehmen mit. Bölte war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. mam
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