Debatte um deutschen Olympiadress Stephan Vogel antwortet seinen Kritikern

Mittwoch, 12. Februar 2014
Stephan Vogel verteidigt seinen Debattenbeitrag (Bild: Ogilvy)
Stephan Vogel verteidigt seinen Debattenbeitrag (Bild: Ogilvy)


Selten hat ein Gastbeitrag auf HORIZONT.NET für eine derart lebhafte Debatte gesorgt: Dass Stephan Vogel, Kreativchef von Ogilvy & Mather Advertising Deutschland, mit dem Outfit der deutschen Olympiamannschaft hart ins Gericht ging, sorgte für für viel Zustimmung in der Branche, aber auch für heftigen Widerspruch. Besonders sauer stieß einigen Lesern auf, dass Vogel sich explizit als ADC-Präsidiumssprecher zu dem Thema äußerte. Nun antwortet er seinen Kritikern: Es gehe um "das Anstoßen einer überfälligen Diskussion".

Stephan Vogels Replik im Wortlaut:

"Zur Präzisierung meiner Position: Es geht dem ADC um das Anstoßen einer überfälligen Diskussion. In Deutschland gibt es Gremien, die wichtige Entscheidungen treffen, die das Außenbild unseres Landes bestimmen. Das Ergebnis dieser Gremienentscheidungen bleibt in einigen Fällen gestalterisch weit hinter dem zurück, was deutsche Gestaltung kann.

Das ist ein Faktum. Und hier geht es nicht um Geschmack, hier geht es um Ästhetik. Und die ist, das wissen wir seit Kant, objektiv.

Deshalb fragt der ADC: Wer sitzt in diesen Gremien? Und warum? Folgen diese Gremien der Agenda: "wer ist der Beste für diesen Job?" Oder der Agenda: "ich kenne da einen, der hat schon mal." Ist sichergestellt, dass die besten Gestalter hier angefragt werden und entwerfen wie damals Otl Aicher? Ist sichergestellt, dass gute Gestalter hier beratend tätig sind? Das sind die Fragen, auf die sich die Diskussion richten sollte.

Es gibt für diese Gremien viele Wege, gestalterische Qualität in diesen Prozess einzubinden. Es gibt renommierte Designprofessoren an deutschen Hochschulen. Es gibt viele kleine Designstudios, die national und international ausgezeichnete Arbeiten vorzuweisen haben. Und es gibt in einer gewissen Häufung gute Designer im ADC.

Dem ADC ist gleichgültig, woher sich die Qualität rekrutiert. Hauptsache, es gibt hier endlich eine Qualitäts-Agenda.

Zur Legitimation: Der ADC heißt im Volltext Art Directors Club für Deutschland. Und es ist seine Gründungsaufgabe, die kreative Qualität dieses Landes in allen Bereichen zu verbessern. Wer will uns das verbieten?"
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