Dank Sapient Übernahme Publicis kann Umsatz deutlich steigern - vor allem in Deutschland

Donnerstag, 23. Juli 2015
Publicis-Chef Maurice Lévy
Publicis-Chef Maurice Lévy
Foto: Getty Images, Cannes Lions
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Satte 3,25 Milliarden Euro hat Publicis Anfang des Jahres für die Digitalagentur Sapient locker gemacht. Jetzt macht sich der Deal auch in den Büchern positiv bemerkbar. Der Umsatz der Muttergesellschaft von Agenturen wie Leo Burnett, Saatchi und Zenith Optimedia ist im 1. Halbjahr 2015 dank Sapient-Kauf und stärkerem US-Dollar um satte 35,3 Prozent auf 4,54 Milliarden US-Dollar angestiegen. Das organische Umsatzwachstum fällt mit 1,2 Prozent allerdings deutlich niedriger aus.
Das um Währungseffekte und die Sapient-Übernahme bereinigte Umsatzplus von 1,2 Prozent ist zwar auf den ersten Blick nicht sonderlich beeindruckend, aber im Vergleich zum 1. Quartal 2015 eine Verbesserung. In den ersten drei Monaten des Jahres hatte das Plus nur bei 0,9 Prozent gelegen. Publicis-CEO Maurice Levý bestätigt denn auch die naheliegende These, dass die Gruppe im 2. Quartal deutlich zugelegt hat. Das Umsatzplus lag in der Zeit von April bis Juni bei 38,5 Prozent, organisch konnte der Konzern in dieser Zeit um 1,4 Prozent wachsen. Zum Plus beigetragen hat vor allem das Digitalgeschäft. "Unsere digitalen Aktivitäten haben im 1. Halbjahr 2015 mehr als die Hälfte zum Umsatz beigetragen, genau wie unser US-Geschäft", erklärt Levý. Der exakte Umsatzanteil des Digitalgeschäfts liegt bei 50,9 Prozent. 

Vor allem mit der Sapient-Übernahme zeigt sich der Publicis-Chef zufrieden. Die Integration der Digitalagentur verlaufe nicht nur nach Plan, sondern schneller als geplant und übertreffe zudem die Erwartungen von Publicis. Das macht sich auch beim Betriebsergebnis bemerkbar. Das operative Ergebnis der Publicis Groupe kletterte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 40,3 Prozent auf 554 Millionen US-Dollar, der Nettogewinn um 39,6 Prozent auf 363 Millionen US-Dollar.

In Deutschland entwickelte sich das Geschäft im 1. Halbjahr besonders gut. Hier legte der organische Umsatz um satte 8 Prozent zu. Damit lief es hierzulande für die Werbeholding deutlich besser als sonst in Europa, wo unter dem Strich ein organisches Umsatzwachstum von 1,8 Prozent erzielt wurde. Damit ist die Entwicklung in Europa aber noch besser als in Nordamerika mit einem organischen Umsatzplus von lediglich 1,2 Prozent. In Lateinamerika muss Publicis sogar ein Minus von 5,3 Prozent verkraften. In den Regionen Asien Pazifik (plus 3,1 Prozent) und dem Mittleren Osten / Afrika (plus 0,4 Prozent) kann Publicis ebenfalls zulegen. mas

Update: auch die Publicis-Wettbewerber Omnicom und Interpublic haben ihre Halbjahreszahlen vorgelegt. Omnicom, Muttergesellschaft von Agenturen wie BBDO, DDB, TBWA und OMD, meldet einen Umsatzrückgang von 1,3 Prozent auf 7,27 Milliarden US-Dollar. Das Minus geht in erster Linie auf Währungseffekte zurück. Organisch kann die Gruppe um 5,2 Prozent zulegen. Leicht rückläufig ist dagegen der Nettogewinn. Er verringerte sich um 1,5 Prozent auf 523 Millionen Dollar. Interpublic (McCann, FCB, Mediabrands) verzeichnet im 1. Halbjahr ein Wachstum von 1,8 Prozent auf 3,55 Milliarden Dollar. Bereinigt um Währungseffekte liegt der Zuwachs bei 6,2 Prozent.
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