Content Marketing WPP baut neue Agentur für L'Oréal auf

Mittwoch, 09. April 2014
Erfolg für Ogilvy-Chef Thomas Strerath (Foto: Agentur)
Erfolg für Ogilvy-Chef Thomas Strerath (Foto: Agentur)


Die WPP-Holding baut ihr Geschäft mit dem Kostemtikkonzern L'Oréal aus. Nach einem Pitch erhält die Gruppe den Auftrag, eine kundenexklusive Einheit für Content Marketing aufzubauen. Die Federführung liegt bei Ogilvy und deren Deutschland-Chef Thomas Strerath sowie Chairman Ulrich Tillmanns. Ziel ist es, die Verbraucher mit eigenen Inhalten anzusprechen. Vor dem Hintergrund der sich immer weiter ausdifferenzierenden Medienlandschaft und dem Problem, die Konsumenten zielgenau zu erreichen, hat L'Oréal nach Alternativen gesucht, seine Botschaften unter die Leute zu bekommen. "Wir schließen die strategische Lücke in der bisherigen Werbekommunikation", erklärt Andreas Neef, Mediadirektor für den deutschsprachigen Raum bei L'Oréal, der das Projekt auf Kundenseite verantwortet. Gleichzeitig unterstreicht er, dass das Unternehmen für Produktlaunches weiter auf klassische Werbung setzt. Dennoch dürften die neuen Aktivitäten auch zulasten der Klassik gehen. Denn das zustäzliche Budgets zur Verfügung gestellt werden, ist eher unwahrscheinlich. Um die klassische Werbung von L'Oréal kümmern sich McCann und Publicis.

Die neue Unit trägt den Arbeitstitel Content Factory und wird in Düsseldorf in der Nähe der Deutschlandzentrale des Kunden angesiedelt sein. Offiziell Start ist Anfang 2015, allerdings wird die Einheit bereits im 2. Halbjahr erste Aufgaben übernehmen. Perspektivisch werden in der Agentur 60 bis 70 Mitarbeiter aus unterschiedlichen Disziplinen und WPP-Agenturen beschäftigt sein. Eng kooperieren will die Content Factory unter anderem mit der Mediaagentur L'Équipe L'Oréal, die bereits exklusiv für das Unternehmen arbeitet. In diesem Zusammenhang sollen auch Strategen aus den Häusern Sasserath und McCann relevante Aufgaben übernehmen.

Das neue Modell wird sich laut Ogilvy auch auf die Strukturen und Arbeitsprozesse in der Agentur auswirken. Weniger Aufwand bei Zeit und Geld verspricht man sich vor allem dadurch, dass viele Briefing- und Abstimmungsprozesse wegfallen sollen. "Die Finesse einer Content Factory liegt dabei in der höheren Arbeitsgeschwindigkeit bei geringeren Kosten sowie einem kreativen Output, der die Konsumenten wirklich interessiert", sagt Chairman Tilmanns. mam

Mehr zum Thema lesen Sie in HORIZONT-Ausgabe 15/2014 vom 10. April
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