Content Marketing Kircher Burkhardt und Burda Creative fusionieren zu C3

Mittwoch, 17. September 2014
Machen gemeinsame Sache: Lukas Kircher, Gregor Vogelsang und Rainer Burkhardt
Machen gemeinsame Sache: Lukas Kircher, Gregor Vogelsang und Rainer Burkhardt
Foto: Foto: Kircher Burkhardt

Das ist mal eine Ansage: Burda Creative und Kircher Burkhardt fusionieren zu C3 und werden damit zum Marktführer im Boommarkt Content Marketing. Zum Start der neuen Agentur, der noch in diesem Jahr erfolgen soll, beträgt der Umsatz 60 Millionen Euro. Doch dabei soll es nicht lange bleiben. Lukas Kircher, einer von drei Geschäftsführern, sagt: „Wir wollen hier ein 100-Millionen-Euro-Business aufziehen.“

 

Wie sieht der Deal aus?

Vorbehaltlich der Zustimmung des Kartellamts schließen sich Kircher Burkhardt (KB) und Burda Creative zu der neuen Agentur C3 zusammen. Burda und KB halten je 50 Prozent an dem Unternehmen, die dreiköpfige Geschäftsführung bilden Rainer Burkhardt, Lukas Kircher und Gregor Vogelsang, der derzeitige Geschäftsführer von Burda Creative.
Kircher Burkhardt
Bild: Foto: Agentur

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Weitere Mitglieder der Geschäftsführung sind Jeno Schadrack (CFO), Christian Fill (München), Burkhard Tewinkel (Berlin), Karten Krämer (Hamburg) sowie Alexander Dix und Patrick Wolf (Wundermedia). C3 ist vom Start weg Marktführer im Content Marketing und die Nummer 5 unter den Digitalagenturen.

Was bedeutet der Deal für Kircher Burkhardt (KB)?

Mit der Fusion verschwindet der Name Kircher Burkhardt aus der deutschen Agenturbranche. Die große Frage ist, was aus der unternehmerischen Unabhängigkeit der beiden Gründer wird, die es in den vergangenen beiden Jahren geschafft haben, ihre Agentur als Vorreiter für Content Marketing zu etablieren.
„Wir wollen hier ein 100-Millionen-Euro-Business aufziehen.“
Lukas Kircher
Lukas Kircher
Lukas Kircher (Bild: Foto: Kircher Burkhardt)
Im Interview, das morgen in der Printausgabe von HORIZONT erscheint, sagt Lukas Kircher: „Die unternehmerische Freiheit ist für uns ein ganz zentraler Punkt, wenn wir hier irgendwelche Zweifel hätten, würden wir die Fusion nicht machen.“ Viel spricht dafür, dass es sich tatsächlich so verhält. Mit den beiden Gründern sitzen zwei KB-Manager im dreiköpfigen Führungsgremium von C3. Bei allen wichtigen Entscheidungen läuft also nichts gegen Kircher und Burkhardt. Hinzu kommt, dass KB mit einem Umsatz von geschätzt 34 Millionen Euro mehr Gewicht in das gemeinsame Unternehmen einbringt.

„Mit dem Zusammenschluss von Kircher Burkhardt und Burda Creative verlassen wir endgültig das Spielfeld des traditionellen Corporate Publishing.“
Gregor Vogelsang
Gregor Vogelsang
Gregor Vogelsang (Bild: Foto: Kircher Burkhardt)
Für KB eröffnen sich durch den Deal mit Burda neue Perspektiven. Trotz beeindruckendem Wachstum in den vergangenen Jahren: Allein hätte KB die nötigen Investitionen für die angestrebte Internationalisierung und die Übernahme von Digitalfirmen kaum stemmen können. Auch das Portfolio von Burda bietet eine Reihe von möglichen Anknüpfungspunkten: Sei es Xing (Employer Branding), DLD (Networking), focus.de (Native Advertising) oder auch der Vermarkter BCN mit seinem Zugang zu Marketingchefs.

Was bedeutet der Deal für Burda?

Burda stand vor der Entscheidung, das Geschäftsfeld Content Marketing eigenständig weiter zu entwickeln oder den Big Bang zu suchen. Im Interview mit HORIZONT sagt Gregor Vogelsang: „Wir fanden Option 2 die weitaus attraktivere Option.“ Tatsächlich gelingt Burda mit der Fusion mit KB den Sprung an die Spitze im Boom-Sektor Content Marketing. An die Adresse von Gruner + Jahr sowie Hoffmann und Campe sagt der Burda-Manager: „Der eigentliche Wettbewerb wird sich zwischen den Agenturen abspielen. Mit dem Zusammenschluss von Kircher Burkhardt und Burda Creative verlassen wir endgültig das Spielfeld des traditionellen Corporate Publishing“. Auch Burda-Vorstand Philipp Welte misst dem Deal eine hohe strategische Bedeutung bei: „Der Beginn unserer Wertschöpfung als Verlag bleibt auch in einer weitgehend digitalisierten Medienwelt hochwertiger journalistischer Inhalt, aber wir werden mit diesen Inhalten auch andere Wege gehen müssen als im letzten Jahrhundert.“

Der Deal mit KB könnte für Burda Modellcharakter haben. Die Münchner verstehen sich als „Unternehmen der Unternehmer“ und sind daher prinzipiell offen für Partnerschaften. js

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