Carat-Studie Fußballfans sind medien- und digitalaffiner als Nicht-Interessierte

Mittwoch, 02. August 2017
Fußballfans wollen immer auf dem laufenden sein
Fußballfans wollen immer auf dem laufenden sein
Foto: HORIZONT

Mehr als 20 Millionen Menschen in Deutschland bezeichnen sich als Fußballfans - mit unterschiedlichen Lieblingsvereinen, Markenpräferenzen und demographischen Hintergründen. Sie eint aber eine grundsätzlich große Affinität für Medien - sowohl klassischer Print- aber vor allem auch digitaler Natur. Das hat Carat in einer Fantypologie-Studie herausgefunden. Zwischen den Vereinen identifiziert die Mediaagentur aus dem Dentsu-Aegis-Netzwerk jedoch erhebliche Differenzen.
Den größten Unterschied zwischen Fans und Nicht-Fans macht Carat am Mediennutzungsverhalten fest: Fußball-Anhänger zeigen ein gesteigertes Informationsinteresse - und das sowohl über analoge als auch über digitale Kanäle. 64 Prozent der Fans lesen täglich eine Tageszeitung, bei den Nicht-Fans greift dazu nur jeder Zweite (49 Prozent). Carat unterscheidet zudem noch zwischen verschiedenen Fantypen, auch bei der Mediennutzung: Während leidenschaftliche Fans beim Thema "Mobile First" ganz vorne mit dabei sind, bleiben die Sympathisanten eher noch beim linearen TV oder bei Printmedien (49 Prozent).
Die Medienvorlieben von Fans und Nicht-Fans im Vergleich
Die Medienvorlieben von Fans und Nicht-Fans im Vergleich (Bild: Carat)
Unterschiede gibt es auch zwischen den Anhängern der verschiedenen Clubs: So konsumieren 56 Prozent der Fans von Bayer 04 Leverkusen Inhalte eher über Video-on-Demand-Plattformen als über das klassische Fernsehen. Auch Social Media-Kanäle stehen bei den Bayer-Anhängern hoch im Kurs: 85 Prozent sind regelmäßig auf Facebook, Instagram und Co unterwegs. Bei Fans von Bayern München liegt dieser Wert beispielsweise nur bei 69 Prozent. Die dortige Digitalskepsis macht sich auch im Hinblick auf die neuesten Streaming-Angebote deutlich: Nur 34 Prozent bevorzugen solche Dienste gegenüber linearem Fernsehen.

Die Studie

Für die repräsentative Studie befragt Carat im Rahmen der internationalen Markt-/Media-Studie "Consumer Connection Study" 10.000 Deutsche im Alter zwischen 15 und 64 Jahren online zu ihrem Mediennutzungsverhalten und ihren Vorlieben. Dabei identifizierte die Agentur 6000 Fußballfans und ordnete sie verschiedenen Fantypen zu. Die "Carat Fantypologie" soll Sponsoring- und Werbungtreibenden etwa Fragen zum Fanpotential der Bundesligavereine, zu Einstellungen und Markenpräferenzen sowie zur Wirksamkeit von Sponsoring- und Werbekontaktpunkten beantworten.
Den Anhängern dieser beiden und allen anderen Vereinen gemein ist die Empfänglichkeit für Sportsponsoring. Deutlich wird dies beim Blick auf die einzelnen Clubs: Während Bayern-Fans beim Autokauf bevorzugt zum Vereinssponsor Audi (13 Prozent) greifen, entscheidet sich die Gesamtzahl der Fußballinteressierten in Deutschland nur zu sieben Prozent für die Marke. Ein weiteres Beispiel: HSV-Fans tragen vermehrt die Produkte von Ausrüster Adidas (57 Prozent), während dieser Anteil bei den Fußballinteressierten insgesamt nur 39 Prozent ausmacht. fam
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