Carat Ergo wagt Rolle rückwärts im Mediageschäft - und bootet BPN aus

Montag, 28. September 2015
Ergo kehrt zu Carat zurück
Ergo kehrt zu Carat zurück
Foto: Ergo
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ERGO Interpublic Mediumnetzwerk IPG Michael Dunke


Seit Anfang des Jahres erst kümmert sich BPN Deutschland um das Mediageschäft von Ergo. Doch das Expertiment mit dem Medianetzwerk der Interpublic Holding ist offenbar gescheitert. Der Versicherungsriese arbeitet ab dem kommenden Jahr wieder mit dem früheren Betreuer Carat zusammen.
Ergo gehört laut Nielsen mit Brutto-Spendings in Höhe von 32 Millionen Euro im Jahr 2014 und bislang 22 Millionen Euro in diesem Jahr zu den Big Spendern der Branche. Für Carat ist den Etatgewinn, den eine Sprecherin der Muttergesellschaft Dentsu Aegis Network gegenüber HORIZONT Online bestätigt, daher ein großer Erfolg. Details nennt die Sprecherin allerdings nicht. Bei Ergo war ebenfalls nichts zu den Hintergründen in Erfahrung zu bringen.  Etwas gesprächiger ist da schon Michael Dunke, der als CEO von IPG Mediabrands in Deutschland auch Chef von BPN Deutschland ist. New Business zitiert aus einer Stellungnahme Dunkes, in der es heißt, dass die Ergo-Versicherungsgruppe eine "Medienkonditionenabfrage" durchgeführt habe - und dass sich die Wege von Ergo und BPN "aus wirtschaftlichen Erwägungen heraus trennen".

Für Carat ist der Ergo-Gewinn eine Rückkehr an eine alte Wirkungsstätte. Carat hatte den Düsseldorfer Versicherungskonzern mit seinen Marken Ergo, Ergo Direkt, DKV, D.A.S. und ERV bereits seit 2011 betreut. Ende 2014 hatte Ergo die Zusammenarbeit beendet - und seinen Etat an BPN vergeben

Welche Folgen der Etatverlust nun für BPN hat, ist unklar. Die Agentur, die sich nach eigenen Angaben auf "neueste Trends und Technologien" spezialisiert hat und inzwischen 36 Büros in 28 Ländern betreibt, war erst kurz zuvor als drittes Medianetwork von IPG in Deutschland neben Initiative und Universal McCann gegründet worden. Das Team von BPN ist hierzulande noch überschaubar. Wie es auf der Website der Agentur heißt, sollte die Anzahl der Mitarbeiter in diesem Jahr von sechs auf zwölf aufgestockt werden. Ob es angesichts des Verlusts von Ergo dabei bleibt, ist unklar. Dunke war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. mas
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