Cannes Lions Zweimal Gold für Deutschland bei Branded Content & Entertainment

Samstag, 27. Juni 2015
Gold gibt es für Ogilvy & Mather und Media-Markt
Gold gibt es für Ogilvy & Mather und Media-Markt
Foto: Media-Markt

Der unfreiwillige Nazi-Spendenlauf setzt seine Erfolgsserie bei den Cannes Lions fort. In der Kategorie Branded Content & Entertainment holt die von den Agenturen Grabarz & Partner und GGH Lowe entwickelte Idee einen weiteren goldenen Löwen - den nunmehr sechsten dieser Farbe beim diesjährigen Festival. Die zweite Goldmedaille für Deutschland in der "Branded"-Kategorie geht an Ogilvy & Mather in Frankfurt mit der Arbeit "Hasenrennen" für Media-Markt.
Darüber hinaus gewinnen die hiesigen Agenturen einmal Silber und zweimal Bronze. Silber sichert sich die ebenfalls schon mehrfach ausgezeichnete Arbeit "The Berlin Wall of Sound" von Grey Berlin für Soundcloud. Bronze holen noch einmal Ogilvy & Mather mit dem "Hasenrennen" sowie DDB Germany mit "Wifi Dogs" für Deutsche Telekom. Insgesamt standen elf Arbeiten aus Deutschland im Finale. Einen Grand Prix hat die Jury unter Vorsitz von David Lubars, Kreativchef von BBDO Worldwide, nicht vergeben.
Cannes
Bild: Cannes Lions

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Auch hier war die Jury wieder mit den Regeln des Festivals konfrontiert, dass Arbeiten für NGOs und soziale Zwecke außerhalb der extra Trophäe "For Good" nicht mit einem Grand Prix prämiert werden können. Ansonsten hätte die "Ice Bucket Challenge" der ALS Association laut Auskunft des deutschen Jurors Stefan Setzkorn, Kreativchef von Track (früher: Rapp Germany), beste Chancen auf die höchste Auszeichnung gehabt. "Die Regeln sind wie sie sind, aber ich finde es ein bisschen schade. Eine Arbeit, die weltweit eine solche Aufmerksamkeit erzielt, wird es so schnell nicht mehr geben", sagt Setzkorn.
Mit dem Abschneiden der deutschen Teilnehmer in seiner Kategorie zeigt sich der Track-Manager zufrieden. So seien die beiden deutschen Gold-Gewinner unumstritten in der Jury gewesen. Mit der Ausbeute von insgesamt fünf Löwen bei Branded Content & Entertainment haben sich die hiesigen Agenturen gegenüber dem Vorjahr deutlich gesteigert. Im letzten Jahr holten sie in dieser Kategorie keine einzige Medaille. Leichte Kritik übt Setzkorn an der Zusammensetzung der Jury. So hätte er sich gewünscht, dass noch ein paar mehr Kreative über die Preisvergabe entscheiden. "Wir haben relativ viel über Ideen diskutiert, die ohnehin keine Chance hatten", sagt Setzkorn. Insgesamt verteilten die Juroren in dieser Wettbewerbssparte 63 Löwen, davon 16-Mal Gold, 23-Mal Silber und 24-Mal Bronze.

Grand Prix bei Titanium für Pizza-Tweets

In der Kategorie Titanium & Integrated gehen die deutschen Agenturen einmal mehr leer aus. Drei Arbeiten hatten es ins Finale geschafft - der unfrewillige Nazi-Spendenlauf von Grabarz & Partner/GGH Lowe, die Berliner Mauer von Grey Berlin für Soundcloud und der Monster-Smart-Launch von BBDO für Smart - am Ende gab es hier aber keinen Löwen für Deutschland. Der Grand Prix bei Integrated geht an Wieden + Kennedy für die Arbeit "Re2pect" im Auftrag von Jordan Brand. Die Kampagne wurde zum Abschiedsspiel des US-Baseballstars Derek Jeter entwickelt.
Den Grand Prix bei Titanium, mit dem laut Festivaldefinition "kreative Ideen ausgezeichnet werden, die in eine neue Richtung für die gesamte Werbeindustrie weisen und die Kreativlandschaft verändern", gewinnt in diesem Jahr die US-Agentur Crispin Porter + Bogusky mit einer Arbeit für Domino's Pizza. Die Idee: Die Pizzabestellung läuft über Emoticons, die via Twitter verschickt werden. "Es ist eine einfache und sehr funktionale Idee. Aber sie hat das Potenzial, Businessmodelle von Unternehmen zu verändern", sagt Jurypräsident Mark Fritzloff, Executive Creative Director bei Wieden + Kennedy und verweist in diesem Zusammenhang auf den One-Click-Service von Amazon. Das Gesamtresultat in dieser Kategorie: 16 Löwen. mam
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