Cannes Lions Wie eine französische Crêperie unerwartet vom Kreativfestival profitiert

Montag, 19. Juni 2017
Großer Andrang vor der kleinen Brasserie - dank einer Geo-Targeting-Kampagne von VI
Großer Andrang vor der kleinen Brasserie - dank einer Geo-Targeting-Kampagne von VI
© VI

Rund um das Palais des Festivals ist in den vergangenen Jahren ein regelrechtes Cabana-Dörfchen entstanden, wo sich allerlei Adtech-Dienstleister tummeln und darauf hoffen, dass der eine oder andere Cannes-Fachbesucher auch mal bei ihnen Station macht. Überteuert und  unoriginell, dachte sich offenbar das Zürcher Start-up Video Intelligence (VI) und hat seine Zelte stattdessen in einer Crêperie unweit des Palais aufgeschlagen.

In dem kleinen Bistro namens Les Fistons in der Rue Buttura empfängt die Software-as-a-Service-(Saas)-Plattform allerdings nicht nur ihre eigenen Gäste, sondern kurbelt auch das normale Tagesgeschäft an. Um den ultimativen Beweis dafür anzutreten, dass seine Technologie funktioniert, hat VI für Les Viston vorigen Samstag eine Geo-Targeting-Kampagne realisiert, um neue Kunden für deren Angebot zu begeistern.

Bei den Motiven hat VI mit der Illustratorin Romy Blümel zusammengearbeitet
Bei den Motiven hat VI mit der Illustratorin Romy Blümel zusammengearbeitet (Bild: VI)
Mithilfe der Illustratorin Romy Blümel sind Mobile-Ads entstanden, die Lust auf französische Café-Kultur machen sollten. Dabei wurden junge Leute mit Interesse an Kultur und gutem Essen im geografischen Umfeld der Crêperie per Datenanalyse identifiziert und mit zielgerichteten Werbebotschaften adressiert. Das Ergebnis: 64 neue Kunden, die aufgrund der Mobile Ad bei Les Fistons einkehrten, um deren Leckereien zu testen. Das sind mehr als viermal so viele Kunden als im gleichen Zeitraum an einem normalen Samstag.

„Ich hätte nicht gedacht, dass dieses Smartphone-Ding funktioniert. “
Franck Monpoix
Mit einer Werbeinvestition von gerade mal 50 Euro erzielte Les Fistons rund 6.500 lokale Ad Impressions. Pro Neukunde entspricht das einem Investment von 68 Cent. Inhaber Franck Monpoix ist begeistert: „Ich hätte nicht gedacht, dass dieses Smartphone-Ding funktioniert. Jetzt bin ich froh, dass wir es einfach mal ausprobiert haben.“

Unternehmen wie Les Fiston zählen üblicherweise wohl eher nicht zur Zielgruppe des internationalen Unternehmens, das auch eine Niederlassung in Berlin hat. Aber das lokale Experiment ist in jedem Fall eine schöne PR-Idee, um zu zeigen, was Mobile Targeting alles leisten kann. bu

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