Cannes Lions Aktivismus-Nachhilfe von Pussy Riot

Donnerstag, 22. Juni 2017
Die Aktivistinnen von Pussy Riot bei den Cannes Lions
Die Aktivistinnen von Pussy Riot bei den Cannes Lions
© Cannes Lions
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Eigentlich geht es in der Werbung ja ums Geschäft. Bei den Cannes Lions kann man jedoch einmal mehr den Eindruck gewinnen, der eigentliche Zweck dieses Festivals sei es, die Welt zu verbessern. Kampagnen und Arbeiten mit entsprechendem Einschlag dominieren seit Jahren die Gewinnerlisten. Auch in den Seminaren und Vorträgen setzt sich dieser Trend fort.
Jüngstes Beispiel: Der Auftritt der russischen Musik- und Aktivistinnengruppe Pussy Riot. Sie appellierten an das Publikum, sich gegen soziale Ungerechtigkeit, insbesondere die Diskriminierung von Frauen, einzusetzen. Bei dem von der Agenturgruppe Grey veranstalteten Seminar versäumten die beiden Mitglieder von Pussy Riot es auch nicht, für sich selbst und das von ihnen gegründete Medienangebot Mediazona zu werben, das sich von den vielen regierungsunkritischen russischen Medien abgrenzen will.
Bemerkenswert: Zur überbordenden Konsumgesellschaft und Kommerzialisierung fast aller Lebensbereiche sowie der Werbung mit ihrem teilweise immer noch fragwürdigen Frauenbild, verloren die Aktivistinnen kein Wort - möglicherweise aus Rücksicht auf die Gastgeber, die sich den Auftritt von Pussy Riot mutmaßlich eine ordentliche Summe haben kosten lassen.

Stattdessen gab es für das Auditorium eine kleine Nachhilfelektion in Sachen Aktivismus. Wer wollte, durfte sich eine der typischen Pussy-Riot-Mützen überziehen und eine Forderung zur Verbesserung der Welt formulieren. Am häufigsten wurden dabei die Ablösung von US-Präsident Donald Trump und seines russischen Amtskollegen Wladimir Putin verlangt. mam
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