Cannes 2003 Deutsche Agenturen holen acht Press & Outdoor-Löwen / Nur drei Cyber-Lions

Dienstag, 17. Juni 2003

Vielversprechender Auftakt für Deutschlands Werber beim diesjährigen Cannes-Festival: In der Kategorie Press & Outdoor konnten die hiesigen Agenturen acht Löwen gewinnen (Die deutschen Löwen-Gewinner). Das sind immerhin zwei mehr als im Vorjahr. Gold gab es für ein Plakatmotiv von Springer & Jacoby in Hamburg für den Kunden Dat Backhus und die Frankfurter Agentur Ogilvy & Mather, die die Jury mit einer Anzeige für den Rum Flor de Cana überzeugte. Neben den beiden Gold-Löwen gingen insgesamt vier Silber- und zwei Bronze-Auszeichnungen an deutsche Agenturen. Gleich zwei der begehrten Silber-Trophäen sicherte sich die Agentur Scholz & Friends Berlin. Sie überzeugte mit ihrer Arbeit für den Kunden Goertz + Krass Optik sowohl die Juroren der Anzeigen- als auch die der Plakatjury. Weitere Silberlöwen gingen an Springer & Jacoby (Kunde: Penis Plus) und Grabarz & Partner (Eigenanzeige).

Die beiden Bronzelöwen gingen an Michael Conrad & Leo Burnett (Amnesty International) und erneut Springer & Jacoby (Daimler-Chrysler/Smart). Damit sind die Hamburger einmal mehr erfolgreichster deutscher Teilnehmer beim Press & Outdoor-Wettbewerb. In der Länderwertung liegt Deutschland hinter Brasilien (16 Löwen), Frankreich (14 Löwen), Spanien (12 Löwen) und Großbritannien (8 Löwen) auf Platz 5. Guido Heffels, einer der beiden deutschen Juroren, räumt ein, dass dieser Erfolg auch etwas damit zu tun hat, dass mit ihm und Ralf Zilligen gleich zwei Deutsche in der Jury saßen. "So hat man die Möglichkeit, das eine oder andere noch mal zu erklären." Zugleich versichert er: "Wir haben nie versucht, deutsche Arbeiten auf Biegen und Brechen durchzuboxen." Die beiden Grand Prix in der Kategorie Press & Outdoor gewannen TBWA Paris (Sony Playstation) und Grey Auckland (Kiwicare).

Mager ist die Ausbeute der deutschen Newmedia-Dienstleister, die 21 mal auf der Cyber-Shortlist vertreten waren: Nur BBDO Interone, Jung von Matt/Neckar und Nordpol konnten die Jury um Präsident Marco Tinelli, President und CEO bei Fullsix in Paris, überzeugen und holten jeweils einen silbernen Cyber-Lion. Im vergangenen Jahr konnten die deutschen Newmedia-Dienstleister sieben Trophäen mit nach Hause nehmen.

Jury-Mitglied Hansjörg Zimmermann, Kreativchef bei Argonauten 360 Grad, ist dennoch nicht unzufrieden mit den Ergebnis: "21 Shortlistplatzierungen sind ein gutes Ergebnis. Auch wenn am Ende nicht viele Löwen harausspringen". Vielen deutschen Arbeiten hätte "eine außergewöhnliche Idee gefehlt, die sie von den übrigen Einreichungen abheben könnte." Auch in diesem Jahr hat die Jury zwei Cyber Grands Prix vergeben: Die Auszeichnungen gehen an die schwedische Agentur Forsman & Bodenfors und ihren Kunden Volvo sowie an den dänischen Dienstleister Framfab und Nike. Erfolgreichste Nation sind die USA mit einer goldenen, vier silbernen und fünf bronzenen Auszeichnungen, gefolgt von Brasilien mit 1 Gold-, 2 Silber- und 6 Bronze-Medaillen. bu/mam/ems
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