CEO Ulrich Klenke über den Umbau bei Ogilvy "Es darf auf keinen Fall eine Group Soup werden"

Freitag, 24. Februar 2017
CEO Ulrich Klenke baut die deutsche Ogilvy-Gruppe um
CEO Ulrich Klenke baut die deutsche Ogilvy-Gruppe um
© Ogilvy
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Ogilvy Ulrich Klenke


Vor kurzem hat das internationale Ogilvy-Netzwerk eine neue Aufstellung angekündigt. Die Einzelmarken der Gruppe sollen verschwinden, die Dachmarke Ogilvy gestärkt werden. In den USA hat der Umbau bereits begonnen. In Deutschland entwickelt CEO Ulrich Klenke zusammen mit den führenden Köpfen der hiesigen Agentur das neue Modell. Im Interview gibt er erste Einblicke, was sie ändern soll.
   
Ogilvy verpasst sich eine neue Struktur. Was heißt das für die deutsche Gruppe? Es gibt einen Rahmen, aber kein fest vorgegebenes Modell. Jedes Land in unserem Netzwerk ist aufgefordert, seine eigene Interpretation für das jeweilige Land zu entwickeln. Die erarbeiten wir gerade. Sie werden aber doch schon eine Idee haben. Wir brauchen ein System, das beides zulässt: die "polyamouröse Beziehung" mit Kunden, die in einem Spezialisierungsfeld mehrere Agenturen beschäftigen, und die Arbeit als Fullservice-Partner, der alles aus einer Hand liefert. Wir werden einen Weg finden, der ein klares Profil in einzelnen Disziplinen mit einer möglichst einfachen Zusammenarbeit über Abteilungs- und Firmengrenzen verbindet. Unser Düsseldorfer Standort ist dafür international Vorbild.

Das geht, indem man alles in den Ogilvy-Topf wirft? Nein. Es darf auf keinen Fall eine "Group Soup" werden, in der alles verschwimmt. Wir wollen die Angebotsmarke Ogilvy profilieren und gleichzeitig über einzelne Domains die Spezialisierungen stark machen – aber eben thematisch und nicht mehr durch Submarken. Wie sich das auf die GmbH-Struktur auswirkt, müssen wir sehen. Ziel ist jedenfalls, die Aufstellung zu vereinfachen und so wenig Einzelfirmen wie möglich zu haben.

Und weniger Personal? Nein, im Gegenteil. In unserem neuen Modell bekommt jeder Kunde ein auf sich zugeschnittenes Paket mit Leistungen aus einer oder mehreren Domains. Das heißt in der Konsequenz, dass wir künftig alle Funktionen an allen unseren Standorten anbieten werden. Dafür brauchen wir zusätzliche Leute.

Aber weniger Firmen heißt letztlich auch weniger Geschäftsführer. Aber nicht weniger Führungskräfte. Wir werden ein deutschlandweites Board etablieren. Dort sitzen die Leiter der einzelnen Domains, die Verantwortlichen für die großen Kunden sowie Leute, die Querschnittsfunktionen managen. Unsere Geschäftsführer arbeiten eng am Kunden, ich kann nicht erkennen, warum nicht alle benötigt werden sollten.

Bis wann soll das neue Modell stehen? Wir werden das laufende Jahr nutzen, um alles zu sortieren und vorzubereiten. 2018 wollen wir live gehen. Das soll aber alles im laufenden Betrieb über die Bühne gehen. Denn für Kunden gibt es nichts Schlimmeres als Agenturen, die sich nur mit sich selbst beschäftigen. mam
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