Bundesfamilienministerium Scholz & Friends gewinnt Etat für "Demokratie leben"

Mittwoch, 08. März 2017
Das Ministerium von Manuela Schwesig hat sich für Scholz & Friends entschieden
Das Ministerium von Manuela Schwesig hat sich für Scholz & Friends entschieden
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Scholz & Friends Rechtsextremismus Gerald Hensel BMFSFJ


Die Agentur Scholz & Friends Berlin hat sich den Werbeetat für die Kampagne "Demokratie leben" gesichert. Auftraggeber ist das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, das mit dem Programm Projekte gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit unterstützt. Die Gesamtfördersumme für 2017 beträgt 104,5 Millionen Euro, in die Werbekampagne fließt laut einer Ministeriumssprecherin ein "einstelliger Millionenbetrag im unteren Bereich".
Der Etat wurde im Herbst 2016 ausgeschrieben. Die Zusammenarbeit erstreckt sich auf ein Jahr, eine Verlängerung ist nicht vorgesehen. Die ersten Maßnahmen sollen im April sichtbar werden. Ziel von "Demokratie leben" und des begleitenden Werbeauftritts ist es, zivilgesellschaftliches Engagement vor Ort und Projekte zu fördern, "die sich für ein demokratisches, vielfältiges und tolerantes Miteinander in Deutschland einsetzen", so die Sprecherin. Besondere Beachtung hat die Etatvergabe bei dem Onlineportal "Achse des Guten" gefunden. In einem Beitrag wertet Mitinitiator Dirk Maxeiner die Entscheidung des Ministeriums für Scholz & Friends als "Belohnung" dafür, dass der ehemalige Agenturmitarbeiter Gerald Hensel mit seiner Aktion "Kein Geld für Rechts" versucht habe, Foren wie die Achse des Guten wirtschaftlich zu ruinieren.

Zur Erinnerung: Hensel hatte darauf aufmerksam gemacht, dass Werbekunden genauer hinsehen sollen, wo ihre Werbegelder landen. Denn durch automatisierte Aussteuerung könnten – unfreiwillig – auch politisch rechte Websites finanziert werden. In diesem Kontext hatte Hensel die Achse des Guten erwähnt. Daraufhin war eine Welle der Entrüstung über Scholz & Friends hereingebrochen, mit zum Teil massiven Beschimpfungen und Drohungen. Hensel hat die Agentur inzwischen verlassen. mam
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