Branded Content Vice-Agentur Virtue will Präsenz in Deutschland ausbauen

Dienstag, 24. November 2015
Johann Laeschke kommt von B-Reel zu Virtue Worldwide
Johann Laeschke kommt von B-Reel zu Virtue Worldwide
Foto: Grey Hutton/Vice Media
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Vice Johann Laeschke BMW


Wer sind die wahren Content Heroes in der digitalen und analogen Welt und wie wird man selbst zu einem? An dieser Frage arbeitet sich aktuell die gesamte Kommunikationsindustrie ab. Die richtigen Antworten haben nur wenige. Und zu diesen wenigen gehört zweifellos Vice.

Das globale Medienunternehmen hat sich in den 21 Jahren seines Bestehens immer wieder neu erfunden – vom alternativen Lifestyle-Printmagazin zur digitalen Multichannel-Plattform bis hin zum linearen Fernsehsender. Letzteres ist noch Zukunftsmusik, soll aber im ersten Halbjahr 2016 in den USA und kurz danach auch in Deutschland Realität werden.

Um künftig besser auf die steigende Nachfrage von Werbungtreibenden reagieren zu können, die mit dem Medienunternehmen kooperieren wollen, soll nun die Inhouse-Agentur Virtue Worldwide ausgebaut und deren Namen bekannter gemacht werden. Die Marke Virtue existiert im Vice-Universum schon länger. Doch erst seit rund zwei Monaten werden alle kommerziellen Aktivitäten konsequent unter diesem Dach gebündelt. Wer als Marke mit Vice kooperieren will, landet bei Virtue. Dabei versteht sich das Team nicht unbedingt als Konkurrenz zu klassischen Kreativagenturen, sondern eher als Ergänzung. Je nach Anfrage schlüpft die Unit in die Rolle der Kreativ-, Media- oder Eventagentur respektive einer Produktionsfirma oder übernimmt nur einzelne Aufgaben aus den genannten Bereichen.

Seit Oktober ist General Manager Johann Laeschke dafür verantwortlich, das Angebot von Virtue in Deutschland bekannt zu machen. Marken, die mit Virtue kooperieren, profitieren vor allem von der langjährigen Erfahrung im Storytelling, berichtet Laeschke. Hier entstehen allerdings keine fiktiven Geschichten. Sie kommen in der Regel aus dem echten Leben. Ein Beispiel: "The Secret BMW Collector", ein Film, den Vice im Auftrag des Münchner Autobauers realisiert hat. Das fast sechsminütige Video erzählt von einem leidenschaftlichen BMW-Sammler, der seine wahre Identität geheim halten möchte. Auf Youtube erzielte der Beitrag mehr als 1,2 Millionen Views. 
„Die meisten klassischen Agenturen haben keinen Schimmer, was vernünftiger Branded Content ist.“
Johann Laeschke, Virtue Germany
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Wir suchen authentische Storys und amplifizieren diese", erläutert Laeschke. Das sei der wesentliche Unterschied zu einer Werbeagentur, deren Job es ist, sich werbliche Ideen auszudenken. Weil dem so sei, hätten die meisten klassischen Agenturen auch keinen Schimmer, was vernünftiger Branded Content ist, stellt Laschke fest. "Sie mögen sich im Bereich Branding und Markenaufbau sehr gut auskennen. Aber viele verstehen eben nicht, was gute Geschichten sind und wie sie entstehen."
Virtue nimmt selbstbewusst für sich in Anspruch, dieses Know-how zu besitzen. Dabei tritt das Unternehmen nicht unbedingt immer als Produzent in Erscheinung. "Wir realisieren Marken-Content entweder als White-Label-Produktion, das heißt, wir sind hier überhaupt nicht als Absender erkennbar, oder wir agieren ganz offen als Kooperationspartner." Ein Beispiel für Letzteres ist das zusammen mit Philips auf dem Vice-Kanal Noisey integrierte Musikformat "You need to hear this – #YNTHT", das 2 Millionen Page Views und eine Blog-Reichweite von 14 Millionen Usern erzielt.

Auch für BMW wird es weitere Filme geben. Die sollen dann aber nicht nur auf den digitalen BMW Kanälen laufen, sondern zusätzlich auf der Vice-Plattform integriert werden. Wer sich als Marke auf einen solchen Deal einlässt, um authentischen Content für die Vice-Zielgruppe zu generieren, der "muss dazu bereit sein, ein Stück weit die Kontrolle abzugeben, gewinnt dafür aber an Authentizität und Reichweite", so Laeschke. 

Neben der Kreation und Produktion von Bewegtbild-Content will sich der Virtue-Manager verstärkt des Themas VR-Storytelling annehmen. Aktuell arbeitet sein Team gerade an der Umsetzung ihres ersten großen Virtual-Reality-Projekts für den deutschen Markt, das in Kürze starten soll. Es wird sicher nicht das einzige bleiben, denn die Nachfrage sei immens, stellt der Virtue-Manager fest. "Wir sind überzeugt, dass VR derzeit eines der spannendsten und innovativsten Tools ist, um neue, relevante Inhalte zu schaffen."

Virtue beschäftigt hierzulande aktuell rund 25 Mitarbeiter. Durch interne Verschiebungen soll die Mannschaft kurzfristig auf 35 wachsen. bu

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