Bolloré Group Havas-Management empfiehlt Aktionären den Aktientausch

Dienstag, 18. November 2014
Havas-Boss Yannick Bolloré setzt auf den langjährigen Shareholder - den Konzern seines eigenen Vaters Vincent Bolloré
Havas-Boss Yannick Bolloré setzt auf den langjährigen Shareholder - den Konzern seines eigenen Vaters Vincent Bolloré
Foto: Havas

Aller Voraussicht nach wird die französische Bolloré Group schon Anfang des kommenden Jahres Mehrheitseigner der Agenturholding Havas nahe Paris sein. Ende Oktober unterbreitete der Mischkonzern den Havas-Aktionären ein Tauschangebot, das nun nach eingehender Prüfung durch die Pariser Finanzexperten von Sorgem Evaluation als „fair“ bewertet wurde. In einer aktuellen Mitteilung empfehlen daher sowohl das Management-Board als auch ein interner Kommissionsausschuss von Havas ihren Aktionären, dieses Angebot der Bolloré-Gruppe anzunehmen.

Früheren Presseberichten zufolge bietet die Bolloré Group neun Aktien für fünf Havas-Anteile sowie eine Prämie von 19,5 Prozent. Offizielle Angebotssteller sind die Firmen Bolloré, die Compagnie du Cambodge und die Société Industrielle et Financière de L’Artois, die allesamt zu dem Imperium des industriellen Großmagnaten Vincent Bolloré gehören. In seinem Mischkonzern beschäftigt er weltweit mehr als 53.500 Mitarbeiter in den Bereichen Logistik, Transport, Energie sowie Kommunikation und gehört zu den zehn reichsten Franzosen. Seit mehr als zehn Jahren ist Bollorés Firmengruppe größter Teilhaber der Havas-Holding und hält aktuell 36,2 Prozent der Aktien des Unternehmens, zu dem die Werbeagenturen Havas (ehemals Euro RSCG), Arnold, das Medianetwork Havas Media sowie diverse PR-Networks gehören.

In der Vergangenheit wurde immer wieder über die komplette Übernahme oder den kompletten Verkauf der Havas-Shares spekuliert. Doch Anfang des Jahres übernahm sein Sohn Yannick Bolloré als Chairman und CEO die operative Führung der Havas Group und gab damit das erste Signal für eine weitere gemeinsame Zukunft. Mit dem Angebot des Aktientauschs manifestiert Yannick Bolloré nun die Pläne des Konzerns und erklärt: „Der Erfolg dieser Transaktion wird unsere Gruppe in die Lage versetzen, weiter von der Unterstützung eines langfristigen Shareholders zu profitieren und wird unsere künftige Entwicklung erleichtern.“

Telefonica Zentrale Deutschland
Bild: Foto: Telefónica

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Gemeint ist damit vor allem die internationale Expansion der Havas-Gruppe, die aufgrund ihrer spanischen Wurzeln vor allem in Spanien und Südamerika, aber auch Frankreich eine starke Präsenz hat. Viele andere Märkte in Europa, aber auch Nordamerika und Asien sind hingegen noch ausbaufähig. Hier muss vor allem die Mediatochter Havas Media zügig nachlegen, da sie schon Anfang 2015 den weltweiten Mediateat des Madrider Telekommunikationsanbieters Telefónica in Höhe von 500 Millionen Euro übernehmen wird. Die Entscheidung wurde Ende Oktober überraschend publik, denn noch im Juli gab Telefónica bekannt, dass das Publicis-Medianetzwerk Zenith Optimedia als Sieger aus dem internationalen Pitch hervorgegangen war. ejej

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