Bitterböse Abschlussarbeit Filmstudenten benutzen Mercedes zum Tyrannenmord

Freitag, 23. August 2013
Böse: Der überfahrene Junge liegt in Form eines Hakenkreuzes am Boden (Screenshot: Vimeo)
Böse: Der überfahrene Junge liegt in Form eines Hakenkreuzes am Boden (Screenshot: Vimeo)

MCP from dath - Tobias Haase on Vimeo.

Achtung, Warnung vor politischer Unkorrektheit: Für ihre Abschlussarbeit an der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg nahmen drei Studenten das automatische Bremssystem von Mercedes-Benz aufs Korn - und wagen eine Zeitreise ins österreichische Braunau der 1890er Jahre, den Geburtsort von Adolf Hitler. Den Verantwortlichen bei Mercedes hat der schwarze Humor des Spots nicht gefallen - der Hersteller distanziert sich ausdrücklich von dem Kurzfilm.
Dabei ist die Arbeit von Regisseur Tobias Haase, der seit 2008 Werbefilm an der Filmakademie studiert und bereits mit dem Young Directors Award ausgezeichnet wurde, eigentlich als Lobgesang auf das automatische Bremssystem des Stuttgarter Autobauers zu verstehen. Haase lässt eine Luxuskarosse durch das anachronistische Setting des späten 19. Jahrhunderts rollen. Als Kinder auf den Weg laufen, bremst das Fahrzeug gekonnt ab. Doch was, fragt der Regisseur, wenn die Technik eine Seele hätte? Der Mercedes setzt seine Fahrt durch Oberösterreich fort und wieder rennt ein Junge vor das Auto - diesmal bremst der Wagen nicht. Warum, und wer das Unfallopfer ist, löst der bitterböse Film am Ende auf.

Mercedes-Benz zeigt sich mit der filmischen Abschlussarbeit nicht ganz einverstanden und sorgte laut Spiegel Online dafür, dass die Studenten nachträglich eindeutige Hinweise in ihren Film einbauen. Zumal dieser auch noch mit dem in diesem Zusammenhang doppeldeutigen Mercedes-Slogan "Erkennt Gefahren, bevor sie entstehen" aufwartet. Nun ist dort zu lesen, dass es sich um einen unautorisierten Spot handelt, der keine Verbindung zu dem Stuttgarter Automobilhersteller hat. Anders in der Vergangenheit, als Mercedes-Benz eine Semesterarbeit von Fimstudenten sogar als Kinospot verwendete.

Produzentin des Films ist Lydia Lohse, die Kamera führte Jan Mettler und das Buch steuerte Gun Aydemir bei. Die Produktion verantwortete die Ludwigsburger Filmakademie mit Unterstützung der Produktionsfirma Blackpearl Film in Frankfurt. fam
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