Bilanzen Serviceplan meldet ein weiteres Rekordjahr

Donnerstag, 27. Juli 2017
Serviceplan-Chef Florian Haller legt mit seiner Gruppe weiter zu
Serviceplan-Chef Florian Haller legt mit seiner Gruppe weiter zu
Foto: Serviceplan

Die Münchner Agenturgruppe Serviceplan hat den Umsatz im Ende Juni abgeschlossenen Geschäftsjahr 2016/17 auf eine neue Rekordmarke gesteigert. Der Gesamtumsatz, also inklusive aller Beteiligungen und Auslandsaktivitäten, kletterte um 14 Prozent auf 388 Millionen Euro. Die Mitarbeiterzahl hat sich um knapp 10 Prozent auf 3400 erhöht.
Mit genauen Angaben zur Marge hält sich die Gruppe dagegen bedeckt. Nur so viel: Die Profitabilität sei "zufriedenstellend". Besonders gut liefen die Geschäfte bei der Kernmarke Serviceplan. Sie konnte den Umsatz um mehr als 20 Prozent auf 92 Millionen Euro steigern. Die größte Einzelsparte bleibt aber die Digitalagentur Plan.Net. Sie erzielt einen Umsatz von 98 Millionen Euro und steht damit für 25,3 Prozent des Gesamtumsatzes. Mit einem Plus von 10 Prozent kann sie aber nur knapp halb so viel zulegen wie die Agenturmarke Serviceplan. Bei der dritten großen Konzernsäule Mediaplus erhöhten sich die Umsätze um 14 Prozent auf 88 Millionen Euro.
Auch wenn Holdingchef Florian Haller bei der aktuellen Bilanz kein Haar in der Suppe finden kann, gibt es doch ein paar Enttäuschungen. So hat die Hamburger Niederlassung den Pitch um die Saisonkampagne des Prestigekunden Saturn verloren. Hier konnte sich Jung von Matt durchsetzen. Zudem muss das Frankfurter Büro den Dialogetat von Lufthansa ziehen lassen. Hier steht künftig DDB Hamburg in der Verantwortung. Finanziell dürften sich diese Verluste allerdings erst in der Bilanz für das laufende Geschäftsjahr wiederfinden. "Natürlich schmerzen uns solche Verluste, aber wir werden das verkraften und ausgleichen können", sagt der 49-jährige Manager.

Auf der Habenseite stehen laut Serviceplan Gewinne beziehungsweise Verteidigungen von insgesamt 250 (!) nationalen und 150 (!) internationalen Mandaten und Projekten. In Deutschland gehören dazu Aufträge von AOK, Capri Sun, Deutsche Bahn Regio, DZ Bank und Lufthansa, in anderen Ländern Develey (Polen), Teatro Scala (Italien), Hipp (Russland) sowie Vlam (Belgien und Indien). Das internationale Geschäft hat sich allerdings weniger dynamisch entwickelt als der Gesamtumsatz. Im Ausland legte Serviceplan "nur" um 7,8 Prozent auf 83 Millionen Euro zu. Gruppenchef Haller begründet das unterdurchschnittliche Wachstum unter anderem mit technischen Effekten durch Wertberichtigungen. Ohne diese läge das Plus bei knapp über 10 Prozent.

Besonders zufrieden sind die Verantwortlichen mit der Award-Bilanz. So konnte sich Serviceplan 2016 unter anderem den 1. Platz im Kreativranking von HORIZONT sichern. Agenturchef Haller betont, wie wichtig vordere Platzierungen in solchen Ranglisten für das Geschäft sind: "Unser Wachstum hängt auch damit zusammen, dass wir in den Kreativrankings sichtbarer geworden sind". Beim Werbefestival in Cannes war die Gruppe zuletzt allerdings nicht sonderlich erfolgreich.

Strategisch steht neben der weiteren Internationalisierung das Thema Digitalisierung ganz oben auf der Agenda. Inhaltlich geht es um vier große Themenfelder: Content Marketing, Bewegtbild, Programmatic Advertising und Big Data. In all diese Bereiche wollen die Verantwortlichen investieren. Für das neue Geschäftsjahr rechnet die Holding mit einem Plus zwischen 5 und 10 Prozent. mam

Mehr zum Thema lesen Sie in HORIZONT-Ausgabe 30/2017 vom 27. Juli
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