Bilanz WPP verbucht ein Rekordjahr, bleibt für 2015 aber vorsichtig

Montag, 09. März 2015
Martin Sorrell legt mit WPP deutlich zu
Martin Sorrell legt mit WPP deutlich zu
Foto: Getty Images/Cannes Lions
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WPP Group M Martin Sorrell


Die weltgrößte Werbeholding WPP kann auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2014 zurückblicken. Der Konzern, zu dem Netzwerke wie Ogilvy & Mather, Grey, JWT und Y&R sowie der Mediaagenturverbund Group M gehören, erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 11,5 Milliarden britischen Pfund (14,3 Milliarden Euro). Das entspricht einem Zuwachs von 8,2 Prozent - ohne Währungseffekte und Zukäufe.
Beim Nettoumsatz, für den WPP durchlaufende Umsätze zum Beispiel für die Datenerhebung herausrechnet, beträgt der Zuwachs 3,3 Prozent auf 10 Milliarden Pfund. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern kletterte um etwa ein Prozent auf rund 1,7 Milliarden Pfund. Damit ergibt sich eine Nettoumsatzrendite von 16,7 Prozent. Nimmt man den Gesamtumsatz von 11,5 Milliarden Pfund als Referenzgröße, liegt die Marge bei 14,5 Prozent. Auf Basis der Nettoumsätze hat sich das Geschäft in Großbritannien am dynamischsten entwickelt. Hier liegt das Plus bei fast 5 Prozent. In Nordamerika, wo WPP etwas mehr als ein Drittel seiner Umsätze erzielt, liegt das Plus bei 3 Prozent. In der nach wie vor schwächelnden Region westliches Kontinentaleuropa verbucht WPP ein Plus von knapp über einem Prozent. Hier haben sich die Märkte Deutschland, Italien und Niederlande positiv entwickelt, zu kämpfen hatte die Holding dagegen unter anderem in Frankreich, Spanien und Belgien. Insgesamt trägt diese Region 22 Prozent zu den Nettoumsätzen von WPP bei.

Bei den einzelnen Kommunikationsdisziplinen hat sich der Bereich Werbung und Media am besten entwickelt. Hier steht ein Plus von 16 Prozent (Gesamtumsatz) beziehungsweise 5 Prozent (Nettoumsatz) in den Büchern. WPP weist darauf hin, dass sich Ogilvy und Grey gut geschlagen haben, JWT vor allem in Großbritannien und im asiatisch-pazifischen Raum. Insgesamt stehe das Geschäft mit klassischer Werbung aber vor allem im westlichen Kontinentaleuropa und zum Teil auch in Nordamerika weiter unter Druck.

Wie die Kräfteverhältnisse zwischen Werbung und Media aussehen, zeigt folgende Zahl: Die Werbenetworks von WPP haben 2014 Neugeschäft im Wert von rund 900 Millionen Pfund gewonnen, die unter dem Dach der Group M gebündelten Mediaagenturen kommen auf ein Neugeschäftsvolumen von 4,4 Milliarden Pfund.

Trotz der Rekordzahlen bleibt der von Martin Sorrell geführte Konzern für das laufende Geschäftsjahr zurückhaltend. Es gebe weiterhin eine Reihe von Unsicherheiten im Markt, die "fortgesetzte Vorsicht" zur Losung für das Jahr 2015 machen, so CEO Sorrell. In diesem Zusammenhang verweist er unter anderem auf die weiter instabile Euro-Zone, die Krise im Mittleren Osten sowie die Sorgen vor einer Abschwächung der Wirtschaft in den sogenannten BRIC-Staaten. Bei den Nettoumsätzen plant WPP in diesem Jahr einen Zuwachs von 3 Prozent, zudem soll die Rendite um 0,3 Prozentpunkte erhöht werden.

Die hinter WPP rangierenden Werbeholdings Omnicom und Publicis hatten ihre Zahlen für das Jahr 2014 bereits Anfang Februar vorgelegt. mam
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