Bilanz Serviceplan-Gruppe knackt Umsatzmarke von 300 Millionen Euro

Donnerstag, 23. Juli 2015
Gruppenchef Florian Haller kann mit Serviceplan erneut kräftig zulegen
Gruppenchef Florian Haller kann mit Serviceplan erneut kräftig zulegen
Foto: Serviceplan

Schon wieder ein Rekordjahr für die Münchner Agenturgruppe Serviceplan. Im Geschäftsjahr 2014/15, das am 30. Juni endete, hat der von Florian Haller geführte Verbund den Honorarumsatz noch einmal deutlich steigern können. Das Gross Income erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um satte 21 Prozent auf 304 Millionen Euro. Gleichzeitig stieg die Zahl der Mitarbeiter weltweit um fast 900 auf nunmehr 2800 Angestellte.
Das Wachstum ist aber nicht rein organisch zustande gekommen. In den Zahlen ist auch die Akquisition der auf E-Commerce spezialisierten Digitalagentur HMMH enthalten, die Serviceplan im Sommer 2014 gekauft hat. Rechnet man deren Umsatzvolumen von 23 Millionen Euro heraus, bleibt immer noch ein Plus von über 11 Prozent. In absoluten Zahlen addiert die Gruppe damit in nur einem Jahr mehr als das Gesamtvolumen von erfolgreichen Agenturen wie Thjnk oder Kolle Rebbe. Zu den bedeutenden Etatgewinnen - die Agentur nennt auf Gruppenebene mehr als 200 neue Projekte national und rund 100 international - gehören Mini Deutschland, Penny, Heineken (Strongbow), L'Oréal, Thüga und WMF. Allerdings läuft es nicht überall gleich gut. Während die Marken Plan.Net und Mediaplus sowie das Auslandsgeschäft weiter zulegen können, verlieren die unter der Marke Serviceplan gebündelten Agenturen leicht - auch wenn sie mit 79 Millionen Euro beziehungsweise 26 Prozent nach wie vor den größten Teil des Gesamtumsatzes ausmachen, jedoch nur noch knapp vor Plan.Net. "Die Budgets verlagern sich weiter Richtung digital", erklärt Holdingchef Haller. "Digitalisierung und Internationalisierung sind die wichtigsten Säulen beim Wachstum der Serviceplan-Gruppe", so der 47-Jährige. Nicht vergessen darf man in diesem Zusammenhang die Media-Sparte.

Zum Gewinn äußert sich die Agenturgruppe traditionell nicht. Nur so viel: Die Marge sei stabil und man mit dem Ergebnis zufrieden. In der offiziellen Konzernbilanz für das vorvergangene Geschäftsjahr 2013/14 weist die Gruppe allerdings eine Vorsteuerrendite (Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit in Relation zum Rohertrag) von 22 Prozent aus. Ohne die hohen Gewinne aus dem Mediageschäft sind solche Werte für Werbeagenturen heute kaum zu erreichen. Die meisten Anbieter sind froh, wenn sie knapp zweistellige Margen schaffen.

Die wachstumsstärkste Säule – wenngleich auf niedrigerem Ausgangsniveau – ist das Auslandsgeschäft. Hier legte Serviceplan um mehr als 50 Prozent auf einen Honorarumsatz von fast 60 Millionen Euro zu, unter anderem mit Aufträgen von BMW in China und Frankreich. Im europäischen Ausland stehen auch die nächsten Expansionsschritte an. Demnächst soll eine Niederlassung in Spanien eröffnet werden, auch die Türkei ist auf dem Radar. Zudem sollen die bestehenden Standorte in Europa zu "Häusern der Kommunikation" ausgebaut werden. Bei diesem Modell agieren die drei Marken Serviceplan, Plan.Net und Mediaplus unter einem Dach.

Der Ausbau im Ausland geht allerdings zulasten des Pro-Kopf-Umsatzes. Dieser sank um 18 Prozent von 134.000 Euro auf 110.000 Euro. Für das laufende Geschäftsjahr peilt die Gruppe ein Umsatzwachstum von mindestens 5 Prozent an. mam

Mehr zum Thema lesen Sie in HORIZONT-Ausgabe 30/2015 vom 23. Juli
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