Bilanz Publicis steigert den Gewinn / Partnerschaft mit AOL

Freitag, 19. Juli 2013
Publicis-Chef Maurice Lévy (Foto: Cannes Lions)
Publicis-Chef Maurice Lévy (Foto: Cannes Lions)

Die französische Werbeholding Publicis hat im 1. Halbjahr 2013 deutlich mehr Geld verdient als im Vorjahreszeitraum. Der Nettogewinn stieg um 15 Prozent auf 314 Millionen Euro. Auch der Umsatz konnte auf 3,35 Milliarden Euro gesteigert werden. Das entspricht einem organischen Wachstum von 3,2 Prozent. Vor allem im 2. Quartal liefen die Geschäfte wieder besser. Hier konnte man um 5 Prozent zulegen. In Bezug auf die Disziplinen kommt das stärkste Wachstum aus dem Digitalbereich, der inzwischen fast 37 Prozent des Gesamtumsatzes von Publicis ausmacht. Regional gesehen entwickelte sich vor allem das Nordamerika-Geschäft positiv, während Publicis in Europa weiter Umsatz verliert. Allerdings verlangsamt sich hier der Rückgang. Lag das Minus im 1. Quartal noch bei 6,5 Prozent, waren es im 2. Quartal 1,1 Prozent. Unter dem Strich ergibt sich für das 1. Halbjahr in Europa ein Umsatzverlust von 3,6 Prozent. Besonders schwierig bleibt die Lage in Südeuropa. Auch in Frankreich und Großbritannien verliert Publicis. In Deutschland konnte der Umsatz in den ersten sechs Monaten dagegen um 3,5 Prozent gesteigert werden.

Zu der Gruppe gehören die gleichnamige Werbeagentur, die Netzwerke Saatchi & Saatchi, Leo Burnett, sowie die Media- und Digitalagenturgruppe Vivaki mit Marken wie Starcom, Zenith Optimedia und Razorfish. In Deutschland ist zudem Pixelpark Teil von Publicis. Hier laufen derzeit die Vorbereitungen für die Zusammenlegung. Konzernchef Maurice Lévy freut sich über die insgesamt guten Zahlen, warnt aber zugleich vor zu viel Optimismus. Die ökonomische Situation sei nach wie vor ungünstig, die Rahmenbedingungen unsicher. "Die Emerging Markets wachsen langsamer, Europa kämpft um die Rückkehr zu Wachstum", so Lévy bei der Vorlage der Halbjahreszahlen. Nur die USA könnten ihren Aufwärtstrend stabilisieren.

Hoffnungen setzt Lévy weiter in den Ausbau des Digitalgeschäfts. Dazu passt: Publicis hat heute eine Allianz mit AOL verkündet. Mit Publicis AOL Live (PAL) will man nicht weniger als "die branchenweit erste Partnerschaft zur globalen Bereitstellung von Live-Onlinewerbung für das heutige Zeitalter des Multiscreen-Marketings" ins Leben gerufen haben. Zum Angebot von PAL gehören Kreation, Planung, Bereitstellung und Analyse von Werbediensten im Internet sowie Tools zur Messung der Konsumentenverbindung in Echtzeit.

Mit den zur Verfügung stehenden Plattformen von Publicis und AOL sei man in der Lage, mehr als eine Milliarde Video-Ansichten und 100 Milliarden Seitenaufrufe pro Monat zu erreichen, teilen die beiden Partner mit. Die Führung von PAL übernimmt Bob Lord. Er stand bislang als CEO an der Spitze von Razorfish. Sein Nachfolger dort wird Pete Stein. mam
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