Big Spender Procter & Gamble will Anzahl seiner Agenturen halbieren

Mittwoch, 24. Januar 2018
Procter & Gamble will bei Agenturen noch mehr sparen
Procter & Gamble will bei Agenturen noch mehr sparen
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Der weltweit größte Werbungtreibende will bei der Zusammenarbeit mit Agenturen weiter auf die Bremse treten. Wie Finanzchef Jon Moeller bei der Vorlage der Jahresbilanz ankündigte, plant das Unternehmen, die Anzahl seiner Werbedienstleister noch einmal drastisch zu reduzieren. Weitere Einsparungen sollen durch Kürzungen bei Honoraren und durch Inhouse-Verlagerungen erzielt werden.
Wie Moeller in einer Telefonkonferenz mit Analysten, aus der internationale Medien zitieren, sagte, habe Procter & Gamble die weltweiten Agentur- und Produktionskosten zuletzt um 750 Millionen US-Dollar pro Jahr senken können. Dies sei unter anderem durch die Verringerung der Anzahl der für das Unternehmen tätigen Agenturen von 6000 auf 2500 und durch längere Zahlungsziele (75 statt 30 Tage) erreicht worden. Weltweit gab der Konzern 2017 rund 7 Milliarden Dollar für Werbung aus.
Geplant ist, künftige weitere 400 Millonen Dollar pro Jahr im Marketing einzusparen. Dafür will man die Anzahl der Agenturen noch einmal um 50 Prozent reduzieren und neue Formen der Zusammenarbeit etablieren. Mediaplanung und -einkauf sowie die Verbreitung von Inhalten sollen stärker automatisiert werden. In diesem Zusammenhang strebt Procter & Gamble an, mehr Aufgaben in das eigene Unternehmen zu verlagern (Inhousing). Betreffen würde das im wichtigen US-Markt unter anderem die Mediaagentur Hearts & Science, die die Werbeholding Omnicom extra für Procter & Gamble gegründet hatte, sowie Carat aus dem Dentsu Aegis Network. In Deutschland ist das Joint Venture Twentyfive von Mediacom und Pilot für den Kunden tätig.

Procter & Gamble hatte zuletzt massiv die Effizienz seiner Werbemaßnahmen hinterfragt und dabei besonders kritisch die Online-Aktivitäten unter die Lupe genommen. Dabei habe man Erfolge erzielt, so Finanzchef Moeller, es gebe aber noch viel Potenzial, Verschwendung innerhalb einzelner Kanäle zu beseitigen. In diesem Zusammenhang erwähnt er unter anderem nicht korrekt ausgespielte Werbung, Bots und Werbung in "unangemessenen Umfeldern". Um hier für Verbesserungen zu sorgen, kündigt der Manager unter anderem mehr direkte Deals mit Medienunternehmen und Mediaeinkauf auf Basis präziser Daten und digitaler Technologie an. mam
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