Big Data Blackwood Seven gewinnt Vodafone und Reckitt Benckiser

Dienstag, 30. August 2016
BW7-Chef Andreas Schwabe
BW7-Chef Andreas Schwabe
Foto: BW7

Steht uns der nächste epochale Umbruch in der Werbelandschaft bevor? Geht es nach Blackwood-Seven-CEO Andreas Schwabe, sind wir bereits mitten drin. Und: Der Erfolg gibt dem Ansatz seiner Agentur, mit künstlicher Intelligenz und Algorithmen die Mediaplanung revolutionieren zu wollen, Recht. Nach dem Gewinn des Volkswagen-Etats kümmert sich Blackwood Seven (BW7) fortan auch um die Modellierung des Mediainvests einzelner Produkte und Marken von Vodafone und Reckitt Benckiser. "Sechs andere Neukunden haben wir noch im Portfolio", sagte Schwabe beim HORIZONT Werbewirkungsgipfel in Düsseldorf.

Entsprechend angriffslustig präsentiert sich der CEO der Agentur, die im vergangenen Jahr im deutschen Markt gestartet ist und gerade frisches Geld für die Expansion in den US-Markt eingesammelt hat, auf dem Podium, vor allem den anwesenden Mediaagentur-Managern – Marcus Ambrus von Plan.net und René Lamsfuß von Vivaki – gegenüber. Sie, also die klassischen Mediaagenturen, könnten mit dem BW7-Modell einfach nicht mehr mithalten.

Letzteres basiert auf einem Algorithmus, der die Auswirkungen von Mediainvestitionen aller Medien auf die Sales-Effekte präzise prognostizieren soll und in den Planungsprozess integriert. Für die Kunden seien Effektivitätssteigerungen von bis zu 30 Prozent möglich, wirbt Manager Schwabe – bei gleichzeitigem Verzicht auf "intransparente Planung" und "dramatisch überhöhte Margen der Mediaagenturen".

Mit Schlachtrufen wie diesen hat BW7 Anfang dieses Jahres schon VW überzeugt, im Februar schnappte sich die Agentur einen Teil des Digitaletats des Autobauers. Nun also Vodafone und Reckitt Benckiser. BW7 modelliert hier künftig als Art Projektbeauftragter, bei beiden Unternehmen handelt es sich zunächst um einen Testlauf. Details zum Etatgewinn nannte Schwabe in Düsseldorf nicht. "Wir haben jedenfalls einen turbulenten Frühsommer hinter uns." Und der nächste Interessent steht bereits in den Startlöchern: Torsten Ahlers, Geschäftsführer von Ottos hauseigenem Vermarkter Otto Group Media, zeigte sich extrem beeindruckt von dem datengetriebenen Modell der Agentur und will sich "BW7 im nächsten Jahr genauer anschauen".
Andreas Schwabe
Bild: Blackwood Seven

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Allein Schwabes Disruptionsfantasien dürften Ahlers beeindruckt haben. Ihm zufolge wird die mobile Revolution die Branche schneller einholen als erwartet: "In drei Jahren wird es keinen signifikanten stationären Web-Traffic mehr geben." Und weil Mobile kein Platz für irrelevante Werbung bleibt, werden Thorsten Ahlers die sinnvolle Nutzung von Big Data und die Arbeit mit Algorithmen für den Otto-Media-Group-Manager essentiell. kan

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