Bewegender Online-Film Wie Peta und Grabarz & Partner für das Wildtierverbot im Zirkus eintreten

Dienstag, 20. August 2013
Affe Joey ist eines von drei Tieren in dem Film, das sich an Weggefährtin Tyke erinnert (Foto: Peta)
Affe Joey ist eines von drei Tieren in dem Film, das sich an Weggefährtin Tyke erinnert (Foto: Peta)


Es ist die bislang aufwändigste Filmproduktion in der Historie der Tierrechtsorganisation Peta. Die Hamburger Kreativagentur Grabarz & Partner hat einen bewegenden Online-Film nach einer wahren Geschichte entwickelt, in dem animierte Tiere über ihr Schicksal im Zirkus und den Verlust ihrer Weggefährtin Tyke sprechen. Die Elefantendame wurde 1994 auf den Straßen Honolulus erschossen, nachdem sie zuvor ihren Trainer bei einer Zirkusvorführung tödlich verletzte und ausbrach. Mit einer Petition will Peta das Wildtierverbot im Zirkus erreichen.
Anzeigenmotiv zu "Der letzte Auftritt" (Foto: Peta)
Anzeigenmotiv zu "Der letzte Auftritt" (Foto: Peta)
Der 12-minütige Film mit dem Titel "Der letzte Auftritt", der auf der Videoplattform MyVideo und der Website Tyke2014.de zu sehen ist, erzählt die Geschichte von Tyke anhand echter Aufnahmen sowie drei fiktiver und animierter Zirkustiere: Affe Joey, Zebra Kiwara und Tigerdame Maharani, die von Sky du Mont, Schorsch Kamerun und Irm Hermann synchronisiert werden. Sie alle erzählen von dem Leid, der Demütigung und Unterdrückung, die die Tiere im Zirkusalltag erfahren müssen. Ihre Erzählungen bauen - unterlegt von drastischen Aufnahmen von Mitarbeitern, die die Tiere quälen und schlagen - einen Spannungsbogen bis zum negativen Höhepunkt auf: den Bildern von den Geschehnissen des 20. August 1994, dem Ausbruch Tykes und die 86 Kugeln, die sie töteten.

"Unser Anspruch war es, die Temperatur des Themas bestmöglich zu transportieren. Das verwendete Footage ist überaus drastisch und zeigt die Realität hinter den Zirkuskulissen unverblümt und in aller Härte. Keine leichte Kost. Uns war es wichtig, feinfühlig und authentisch mit diesem Material umzugehen. Deshalb bestand die Herausforderung darin, die Mimik des Schauspiels bis ins Detail auf die Geometrie der Tiere zu übertragen und somit eine möglichst emotionale und realistische Ansprache zu schaffen", so Andreas Brunsch, Head of Digital Creative bei Grabarz & Partner, zum Film. Über 2000 Arbeitsstunden sollen insgesamt für die Produktion notwendig gewesen sein.

Mit der Kampagne und der Erinnerung an Tyke will Peta bis zum 20. Todestag der Elefantendame im nächsten Jahr ein deutsches Wildtierverbot im Zirkus erreichen. Dazu seien 500.000 Unterschriften nötig, "um der Bundesregierung den eindeutigen Willen der Bevölkerung gegen die systembedingte Tierquälerei im Zirkus zu demonstrieren", wie es in einer offiziellen Mitteilung der Organisation heißt. Die Petition läuft online.

Grabarz & Partner zeichnet für die Entwicklung und Umsetzung der Dokumentation verantwortlich. Die Animationen, die mithilfe der Realtime-Gesichtstracking-Software "Face Shift" von Schauspieler zum Tier hin gewandelt wurden, entstanden in den Studios der Digitalagentur Dec 3, Berkheim. Außerdem sind Slaughterhouse Visual Manufacturing, Supreme Musik, Studio Funk sowie Greensky Films an der Produktion beteiligt. tt
Meist gelesen
stats