Berlin-Wahlkampf So setzen Bürgermeister Müller und Butter ein Zeichen gegen Intoleranz

Freitag, 29. Juli 2016
Eines der Motive zeigt Michael Müller und eine Frau mit Kopftuch
Eines der Motive zeigt Michael Müller und eine Frau mit Kopftuch
Foto: Butter

Am 18. September finden in Berlin die Wahlen zum Abgeordnetenhaus statt. Für den regierenden Bürgermeister Michael Müller, der das Amt 2014 von Klaus Wowereit übernommen hatte, ist es die erste Wahl als Spitzenkandidat. Höchste Zeit für den SPD-Mann, sich im Wahlkampf zu positionieren. Die Kampagne, die von der Berliner Agentur Butter stammt, setzt jedenfalls ein klares Zeichen.
Und sie dürfte auf jeden Fall dazu geeignet sein, für Gesprächsstoff zu sorgen: Eines der von Jan Kopetzky aufgenommenen Plakatmotive zeigt Müller auf einer Rolltreppe - er steht allerdings nicht im Fokus: Im Vordergrund ist eine Frau zu sehen, die ihren Kopf mit einem Tuch verhüllt hat. Zwar ist dieser Anblick in Berlin sowie in vielen anderen Teilen Deutschlands nichts Ungewöhnliches mehr - in Zeiten von Flüchtlingskrise und Terrorangst dürfte ein solches Motiv nichtsdestotrotz polarisieren. Weitere Motive der Kampagne zeigen Müller unterwegs im Kiez sowie auf einem Großmarkt. Dabei verzichten die SPD und ihre Agentur auf einen Claim und sogar auf das Parteilogo. Auf diese Weise sollen die Menschen in den Mittelpunkt der Kampagne gerückt werden. Flankiert werden diese Motive durch Themenplakate. Dabei sollen inhaltliche Schwerpunkte zu Themen wie "Bezahlbare Mieten", "Bildung" und "Gute Arbeit" gelegt werden. Verlängert wird die Plakatkampagne durch eine begleitende Social-Media-Kampagne sowie zahlreiche Online- und Offline-Informationsmaterialien.
Eines der Motive zeigt Michael Müller und eine Frau mit Kopftuch
Eines der Motive zeigt Michael Müller und eine Frau mit Kopftuch (Bild: Butter)
Der erste Teil der Kampagne soll allerdings zunächst ein klares Zeichen setzen "gegen Populismus, gegen das Gift des Terrorismus, gegen die Parolen der Vereinfacher und die Hetze der Radikalen", heißt es in einer Mitteilung von Butter zu der Kampagne. Dies sei besonders in Zeiten "gesellschaftlicher Umbrüche" wichtig, erklärt Butter-Geschäftsführer Frank Stauss: "Dies ist keine Zeit wie jede andere, dies ist keine Wahl wie jede andere. Jetzt kommt es darauf an, klar Farbe zu bekennen. Mit Michael Müller haben wir einen Regierenden Bürgermeister, der mit einer starken Haltung für weltoffene Toleranz und sozialen Zusammenhalt in Berlin steht. Und dies wird über die Kampagne transportiert."

Bei Butter zeichnen Executive Creative Director Benjamin Schwarz und Art Director Alejandro Marquez für die Kreation verantwortlich, um Beratung kümmerten sich Philipp Reimann und Carla Bönnhoff. Verantwortlich bei der SPD Berlin ist Landesgeschäftsführer Dennis BuchnerDie Agentur mit Stammsitz in Düsseldorf hat die SPD in zahlreichen Wahlkämpfen auf Bundes- und Landesebene unterstützt. ire
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