BBDO und Ogilvy Wechsel von Geschäftsführer Ton Hollander ist geplatzt / Felix Fenz geht nach Berlin

Donnerstag, 18. August 2016
Rolle rückwärts: BBDO-Mann Ton Hollander geht doch nicht zu Ogilvy
Rolle rückwärts: BBDO-Mann Ton Hollander geht doch nicht zu Ogilvy
Foto: BBDO

Aus dem fest vereinbarten und bereits öffentlich angekündigten Wechsel von BBDO-Geschäftsführer Ton Hollander zu Ogilvy & Mather wird nichts. Wie aus dem Umfeld der Beteiligten zu hören ist, hat sich der Kreative entschieden, ein verbessertes Angebot seines bisherigen Arbeitgebers anzunehmen und nicht wie geplant den Posten als Geschäftsführer Kreation bei Ogilvy in Düsseldorf anzutreten.

Was genau den 44-Jährigen zum Umdenken gebracht hat und welche Rolle mögliche finanzielle Anreize dabei gespielt haben, ist nicht bekannt. BBDO will die Angelegenheit derzeit nicht kommentieren. Man stehe bei diesem Thema bei Ogilvy im Wort, teilt ein Sprecher mit. Dort heißt es auf Anfrage ebenfalls: "Kein Kommentar". Bei der WPP-Tochter hätte Hollander an der Seite von Beratungschef Carsten Kinast unter anderem den Kunden Aldi Süd betreuen sollen. BBDO hat vor kurzem den Werbeetat von Lidl gewonnen und baut gerade ein standortübergreifendes Team für den Discounter auf. Bei der Verkündung des Wechsels von Hollander war auch darauf hingewiesen worden, dass er künftig wieder in Düsseldorf arbeiten wolle.

Für Ogilvy ist die Entscheidung von Hollander ein herber Rückschlag. In Düsseldorf hatte man sich bereits auf den neuen Mann eingestellt. Jetzt dürfte die Suche nach einem neuen Kreativchef für das Büro am Rhein beginnen. Fest steht dagegen eine Veränderung an anderer Stelle: Felix Fenz, bislang Executive Creative Director im Frankfurter Stammhaus, wechselt in selber Funktion in die Berliner Niederlassung. Fenz verantwortete unter anderem die Kreation für Media-Markt ("Hasenrasen"). Der Elektronikhändler lässt seine Werbung inzwischen von Zum roten Hirschen in München entwickeln.

Fenz galt zwischenzeitlich als Kandidat für den Posten des Geschäftsführers Kreation in Frankfurt. Dieser wird vakant, weil Amtsinhaber und Gruppen-CCO Stephan Vogel künftig verstärkt Aufgaben auf europäischer Ebene wahrnehmen wird. In dieser Position haben die Ogilvy-Verantwortlichen um CEO Ulrich Klenke Fenz aber offenbar noch nicht gesehen. Dem Vernehmen nach soll demnächst eine Neuverpflichtung für den Job in Frankfurt bekanntgegeben werden.

Auch in Berlin wird Fenz jetzt nicht Geschäftsführer, tritt aber als Mitglied der Geschäftsleitung und Co-Kreativchef an die Seite von Geschäftsführer Tim Stübane. Dessen bisherige Kreativpartnerin Birgit van den Valentyn hatte die Agentur vor kurzem wegen Differenzen mit der Deutschland-Führung verlassen - genauso wie der Berliner Beratungschef Stephen Kimpel. Mit Simon Usifo gibt es inzwischen einen neuen Beratungschef, der auch in die Geschäftsführung einzieht. In der neuen Funktion soll Fenz weiter für die wichtigen von ihm betreuten Kunden zuständig bleiben. "Nach Hasenrasen waren alle Headhunter und alle Agenturen hinter Felix her - und das nicht nur in Deutschland. Wir freuen uns, dass wir ihm in Berlin eine Aufgabe und Perspektive geben können, die ihn mehr reizt als die Angebote der Konkurrenz", sagt Kreativchef Vogel.

Ebenfalls in die Haupstadtniederlassung wechselt Britta Poetzsch. Sie ist seit Anfang 2015 als internationale Kreativdirektorin für den Kunden Allianz bei Ogilvy in Düsseldorf tätig. Ihre dortigen Aufgaben hat zu einem Großteil der neue Executive Creative Director Jorge Teixeira übernommen. ADC-Präsidiumsmitglied Poetzsch soll künftig von Berlin aus, wo sie ihren Lebensmittelpunkt hat, je nach Bedarf gruppenübergreifend oder für einzelne Standorte eingesetzt werden. mam

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