BBDO Warum sich Berliner Passanten gegen T-Shirts zum Spottpreis entscheiden

Freitag, 24. April 2015
T-Shirt oder Spende - vor diese Wahl stellt BBDO Berlin Passanten auf dem Berliner Alexanderplatz
T-Shirt oder Spende - vor diese Wahl stellt BBDO Berlin Passanten auf dem Berliner Alexanderplatz
Foto: Screenshot Youtube
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BBDO Jan Harbeck Annett Borg Unit 9 Robert Bader


Heute ist Fashion Revolution Day: Seit letztem Jahr erinnern die Menschen am 24. April an die über 1100 Todesopfer vom Einsturz der Textilfabrik Rana Plaza in Bangladesch - und setzen mit dem Gedenktag auch ein Zeichen gegen die unwürdigen Arbeitsbedingungen und Niedrigstlöhne in der Textilindustrie. Auch BBDO Berlin macht mit und redet Passanten in Berlin mit einem T-Shirt-Automaten ins Gewissen.
Für die Initiative Fashion Revolution hat die Kreativagentur mitten auf dem Alexanderplatz in Berlin einen türkisen Automaten aufgestellt, der für den Einwurf von zwei Euro ein weißes T-Shirt verspricht. Wie der Casefilm auf Youtube (siehe oben) dokumentiert, zieht das scheinbar verlockende Angebot zahlreiche Passanten an - doch die werden nach der Auswahl ihrer Größe mit Videoeindrücken von der schockierenden Wahrheit überrascht: Kinderarbeit, Frauen, die auf engstem Raum im Akkord nähen und 13 Cent pro Stunde verdienen. Im Anschluss werden die Probanden noch einmal gefragt, ob sie das T-Shirt wirklich kaufen oder die zwei Euro doch lieber spenden wollen. Laut BBDO haben sich rund 90 Prozent der 150 Teilnehmer gegen den Kauf entschieden.
„Mir zeigen die Ergebnisse, wie wichtig Transparenz in der globalen Lieferkette ist.“
Annett Borg
Die Botschaft, die in dem 100-sekündigen Clip dazu verbeitet wird, ist genauso simpel wie überzeugend: "People care when they know". Heißt: Um wirklich etwas an den teilweise unmenschlichen Arbeitsbedingungen zu verändern, bedarf es der globalen Bewusstmachung dieser Zustände - gerade in der westlichen Welt, wo Kleidungsstücke unter einem Preis von zehn Euro an der Tagesordnung stehen.

"Mir zeigen die Ergebnisse, wie wichtig Transparenz in der globalen Lieferkette ist", sagt deshalb auch Annett Borg, Country Coordinator von Fashion Revolution Deutschland. Durch Aktionen wie jene auf dem Berliner Alexanderplatz könnten die Menschen zeigen, dass ihnen die Angelegenheit nicht egal ist. "Wir wollten nicht nur theoretisch fragen, ob Produktionsbedingungen den Kauf beeinflussen. Wir wollten herausfinden, wie die Menschen reagieren, wenn sie eine solche Textilherstellung mit eigenen Augen sehen", ergänzt Jan Harbeck, Geschäftsführer Kreation bei BBDO Berlin.

Bei BBDO in Berlin zeichnen Wolfgang Schneider (CCO), Jan Harbeck (Geschäftsführer Kreation), Michael Schachtner (ECD), Michail Paderin (Art Director), Jessica Witt (Junior Art Director) und Nicolas Moles (Motion Designer) verantwortlich. Die technische Umsetzung und Produktion des Casefilms übernahm Unit 9 in Berlin. Regie führte Robert Bader. tt
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