BBDO Ketchum und CEO Victoria Wagner gehen getrennte Wege

Donnerstag, 25. Januar 2018
Ketchum-Chefin Victoria Wagner verlässt die Agentur
Ketchum-Chefin Victoria Wagner verlässt die Agentur
© Ketchum

Bei der PR-Agenturgruppe Ketchum Deutschland gibt es einen Abgang im Topmanagement: Wie die BBDO-Tochter mitteilt, verlässt CEO Victoria Wagner das Unternehmen zum 30. Juni dieses Jahres. Die 47-Jährige stand seit Mitte 2016 als Nachfolgerin von Dirk Popp an der Spitze des einstmals größten PR-Dienstleisters in Deutschland. Ein neuer CEO soll bereits im Februar präsentiert werden.
Was genau zur Trennung geführt hat, ist nicht bekannt. In der offiziellen Pressemitteilung heißt es lediglich, dass sich Victoria Wagner entschieden habe, die Agentur zu verlassen. Allerdings finden sich in der Verlautbarung Formulierungen, die darauf hinweisen, dass dies nicht unbedingt gegen den Willen der Agentur geschehen sein muss. So ist zu lesen, dass sich Wagner "als starke Unternehmerpersönlichkeit die Gründung und Führung einer neuen Agentur gut vorstellen kann". Das ist insofern ungewöhnlich, weil in solchen Fällen normalerweise Sperrfristen greifen, oder - wenn nicht - der bisherige Arbeitgeber sich an der neuen Firma beteiligt. Beides scheint hier nicht der Fall zu sein. Ohnehin blieb die Chefin von Ketchum Deutschland in den rund 1,5 Jahren ihrer Amtszeit eher unauffällig. Auch die Gruppe, zu der die Marken Ketchum Pleon, Emanate und die von Wagner gegründete Agentur Brandzeichen gehören, entwickelte sich nicht sonderlich dynamisch. Im Geschäftsjahr 2016 (aktuellere Zahlen liegen nicht vor) verlor die Agentur als einziger Top-10-Akteur Umsatz und landete mit einem Volumen von 48,95 Millionen Euro auf Platz 3. Insgesamt war Wagner für rund 400 Mitarbeiter verantwortlich.

Dass Wagner nicht mehr lange an Bord bleiben wird, auch wenn offiziell vom Ausstiegstermin 30. Juni die Rede ist, legt eine Formulierung in der Pressemitteilung nahe. So heißt es, dass bereits im Februar die CEO-Position neu besetzt werden soll. Außerdem soll übergangsweise das fünfköpfige Executive Board mit Simone Hoch, Sabine Hückmann, Nadine Schulz, Kerstin Steglich und Horst Wettlaufer die Leitung der Gruppe übernehmen. Wagner dürfte die Führung also schon bald abgeben. Sie selbst erklärt gegenüber dem PR-Report, dass sie gekündigt habe, um wieder deutlich unternehmerischer tätig zu werden. Bei einem börsennotierten Unternehmen (die Muttergesellschaft gehört zur US-Werbeholding Omnicom) sei der Spielraum aufgrund der Bedürfnisse der Anleger begrenzt, so Wagner.

In der offiziellen Pressemitteilung äußert sie sich wie folgt: "Nach Restrukturierung und Neuausrichtung, der Etablierung eines gemeinsamen, starken Boards und Leadership Teams für die Gruppe, der Entwicklung unserer Strategie für die nächsten Jahre sowie der erfolgreichen Zusammenführung der drei Agenturen ist die Gruppe gut für die Zukunft aufgestellt." Es gibt aber auch Leute, die die Bilanz nicht ganz so positiv sehen. So fällt in die Amtszeit von Wagner unter anderem die Kündigung mehrerer Mitarbeiter sowie der Abgang einiger prominenter Führungskräfte wie Joachim Klewes, Peter Strieder, Rüdiger Maeßen und Christof Biggeleben. mam
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