Axel Springer Das ist die neue "Bild"-Kampagne von Jung von Matt

Donnerstag, 14. September 2017
Printmotiv aus der aktuellen Werbekampagne für Bild
Printmotiv aus der aktuellen Werbekampagne für Bild
© Axel Springer

Imagewerbung hat bei Bild eine lange Tradition. Spots wie "Gekündigt" oder "Ich geh nur kurz kacken" gehören zu den Klassikern für die Boulevardzeitung. Jetzt startet der Verlag Axel Springer für sein Flaggschiff eine neue Kampagne unter dem Motto "Bescheid wissen statt nachplappern". Sie wurde von der Agentur Jung von Matt/Havel in Berlin entwickelt und stellt die Bedeutung journalistischer Arbeit in den Mittelpunkt.
Das Blatt hat zuletzt weiter an Auflage verloren. Nun wird Bild als die Instanz dargestellt, die der unkritischen Verbreitung von Falschnachrichten in sozialen Netzwerken, an Stammtischen und in anderen Medien – symbolisiert durch geschwätzige Papageien – Fakten entgegensetzt und so für Meinungsbildung und Orientierung sorgt. "Unsere Welt wird immer komplizierter, das Bedürfnis nach sicheren, relevanten Quellen steigt. Bild bietet seinen Lesern Journalismus, der die Dinge verständlich erklärt", sagt Donata Hopfen, scheidende Vorsitzende der Verlagsgeschäftsführung, die wie berichtet an die Spitze der Datenallianz Verimi wechselt.

Dass die einflussreiche Zeitung bei einigen Kritikern im Ruf steht, es selbst hin und wieder nicht mit allen journalistischen Standards ganz genau zu nehmen, spielt in dem Auftritt naturgemäß keine Rolle. Zur Kampagne gehören Anzeigen, Plakate und ein Spot, der in TV, Kino und Online zu sehen sein wird (Produktion: Sterntag Film). Der Startschuss fällt diesen Donnerstag – zehn Tage vor der Bundestagswahl. Gerade in diesem Umfeld will sich Bild nach Auskunft eines Verlagssprechers als "relevante und glaubwürdige Nachrichtenmarke" positionieren. Zu sehen sind die Motive bis Anfang Dezember. Brutto wendet Axel Springer einen hohen einstelligen Millionenbetrag für den neuen Auftritt auf. Media verantwortet die WPP-Tochter MEC.

Für Jung von Matt handelt es sich um ein Comeback bei dem Kunden. Die Agentur hatte bis Ende 2014 die Werbung für Bild entwickelt, insgesamt 20 Jahre lang. Danach übernahm VCCP die Aufgaben. Von ihr stammt der aktuelle Claim "Das bringt nur Bild". Ende vorigen Jahres hatte Geschäftsführerin Hopfen jedoch erklärt, künftig nur noch projektweise mit Werbeagenturen zusammenzuarbeiten. Jung von Matt hatte sich daraufhin zunächst das Mandat für die Einführung von "Fußball Bild" gesichert und später nachlegen können. mam

Korrekturhinweis: In einer ersten Version der Meldung hieß es, dass Jung von Matt zunächst den Etat für die Einführung von "Sport Bild" gewonnen hat. Richtig ist, dass es sich um den Etat von "Fußball Bild" handelt.
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