Automobiletats Jung von Matt bändelt mit Kia an

Donnerstag, 30. April 2015
Jung von Matt wird demnächst wohl häufiger in der Europazentrale von Kia in Frankfurt sein
Jung von Matt wird demnächst wohl häufiger in der Europazentrale von Kia in Frankfurt sein
Foto: Unternehmen
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Kia Jung von Matt Mercedes-Benz


Die von Mercedes-Benz aussortierte Agentur Jung von Matt wird wohl schon bald für einen anderen Automobilhersteller tätig - wenn auch zunächst in deutlich kleinerem Umfang als für die deutsche Edelmarke. Nach Informationen von HORIZONT hat sich das Team um CEO Peter Figge und Co-Gründer Jean-Remy von Matt in einem Pitch bei Kia durchgesetzt. Bei dem Auftrag geht es um die europaweite Einführung einer Baureihe (Ceed). Eine Bestätigung dafür ist bislang allerdings nicht zu bekommen.
Jung von Matt verweist an den Kunden, dort war bislang niemand für eine Stellungnahme erreichbar. Dem Vernehmen nach waren an dem Pitch auch die Inhouse-Agentur von Kia Innocean sowie die Hamburger Agentur Gürtler Bachmann beteiligt, die bislang schon mehrere Kampagnen für den Kunden realisiert hat. Darüber hinaus soll ein weiterer Anbieter im Rennen gewesen sein. Beim Auftraggeber ist ein Team um Artur Martins, Vice President Marketing von Kia Europe, zuständig. Noch scheint die Auftragsvergabe allerdings nicht offiziell unter Dach und Fach. Die Beteiligten müssen sich wohl noch auf die genauen Details wie zum Beispiel den Umfang des Mandats einigen. Die anderen Pitchteilnehmer sind aber offenbar aus dem Rennen. Zu klären sein dürfte unter anderem das Zusammenspiel von Jung von Matt mit der bei Kia sehr wichtigen und einflussreichen konzerneigenen Agentur Innocean. Sie ist in der Regel in alle größeren Marketingkommunikationsthemen des Autobauers eingebunden. Zudem gibt es familiäre Bande zwischen der Agenturspitze und der Führung der Hyundai Kia Automotive Group. Die Vergabe eines Werbemandats an einen externen Dienstleister ist also kein Selbstläufer und könnte, wenn es zu einem Veto aus Südkorea kommt, auch noch im letzten Moment scheitern. Davon gehen Beobachter allerdings nicht aus.

Für Jung von Matt ist der Erfolg bei Kia ein wichtiges Signal, dass man nach der Abfuhr von Mercedes-Benz - die Stuttgarter arbeiten künftig mit der Neugründung Antoni zusammen - weiter für andere Automarken interessant ist. Allerdings dürfte das Paket, wie auch immer es geschnürt wird, bei weitem nicht so groß sein, dass es auch nur ansatzweise den Verlust des Mercedes-Etats kompensieren kann. Insofern ist davon auszugehen, dass sich Jung von Matt derzeit nicht exklusiv an Kia binden wird, sondern weiter das Gespräch mit anderen Autoherstellern sucht. Zudem schließt die Agentur bis zum Jahresende noch diverse Aufgaben und Projekte für den bisherigen Kunden Mercedes-Benz ab.

Interessant zu beobachten sein wird nicht zuletzt, wie die selbstbewussten Kreativen bei Jung von Matt zu dem neuen Kunden stehen. Kia gilt zwar international als ambitionierte Angreifermarke, die zusammen mit ihrer Schwester Hyundai das Geschäft der alteingesessenen Volumenhersteller attackiert. Speziell hierzulande ist das Image aber ausbaufähig. Kia erzielte in Deutschland im vergangenen Jahr einen Marktanteil von 1,8 Prozent und liegt damit in einem Korridor mit Marken wie Mazda, Citroen und Peugeot. In der EU liegt der Marktanteil bei 2,7 Prozent. mam
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