Auftritt des Tages Wie gehandicapte Schaufensterpuppen für Akzeptanz und Inklusion werben

Mittwoch, 04. Dezember 2013
Passanten betrachten die ungewöhnlichen Mannequins (Bild: Photopress/Alexandra Wey)
Passanten betrachten die ungewöhnlichen Mannequins (Bild: Photopress/Alexandra Wey)


Sie sitzen im Rollstuhl, ihnen fehlt ein Arm oder sie haben eine deformierte Wirbelsäule: Die Schaufensterpuppen, die gestern in zahlreichen Geschäften der Zürcher Bahnhofstraße zu sehen waren, entsprechen so gar nicht den aus der Werbung gewohnten Schönheitsidealen. Doch genau das ist Sinn und Zweck der Aktion: Zum internationalen Tag der Menschen mit Behinderung wollen das Kompetenzzentrum Pro Infirmis und Jung von Matt/Limmat unter dem Motto "Wer ist schon perfekt? Kommen Sie näher" zum Nachdenken über Akzeptanz und Inklusion anregen. Die Figuren wurden massstabsgetreu als dreidimensionale Abbilder von mehreren Schweizer Prominenten mit Behinderungen angefertigt: "Miss Handicap 2010" Jasmin Rechsteiner, Radiomoderator Alex Oberholzer, Leichtathlet Urs Kolly, Bloggerin Nadja Schmid sowie Schauspieler Erwin Aljukic. Regisseur Alain Gsponer ("Das wahre Leben") hielt die Aktion in einem Kurzfilm fest. Darin sieht man, wie die Beteiligten vermessen werden und schließlich die Puppen in den Schaufenstern aufgestellt werden (Produktion: Pumpkin Film).

Die Kampagne erfuhr darüber hinaus eine Verlängerung in ein reichweitenstarkes Printmedium: Rechsteiner, die seit ihrer Geburt an einer Mehrfachverkrümmung der Wirbelsäule leidet, war am 3. Dezember "Seite1-Girl" auf der Titelseite der populären Schweizer Tageszeitung "Blick". Im zugehörigen Fragebogen, der auch online verfügbar ist, antwortet sie auf die Frage, welches Kompliment sie gerne über sich hören würde: "Du bist eine dynamische Elfenfrau."

"Pro Infirmis engagiere sich besonders für die Akzeptanz von Behinderung und die Inklusion von Menschen mit Behinderung", sagt Geschäftsleitungsmitglied Mark Zumbühl, denn: "Wir rennen oft Idealvorstellungen hinterher, statt das Leben in seiner Vielfalt zu akzeptieren." Neben Zumbühl verantwortet Bettina Konetschnig bei Pro Infirmis die Kampagne. Bei Jung von Matt zeichnet Executive Creative Director Alexander Jaggy verantwortlich. ire
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