Auftritt des Tages Wie "You are what you share" die Dümmlichkeit des Social Web zelebriert

Mittwoch, 14. Mai 2014
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Anti-Social-Media-Videos scheinen ein neuer Trend zu werden. Nachdem Filmemacher Gary Turk mit dem Viral-Hit "Look Up" voller Pathos für eine Abkehr von Facebook, Twitter und Co warb und dafür auch viel Kritik erntete, treten nun die Macher der noch ziemlich unbekannten App "State" mit ihrem ganz eigenen Manifest gegen die Hashtag-Generation auf den Plan - und haben damit die Lacher auf ihrer Seite.
Denn der 90-sekündige Clip mit dem programmatischen Titel "You are what you share" stellt anhand zahlreicher Protagonisten die Dümmlichkeit von Selfie-Wahnsinn, Twitter-Sucht und belanglosen Facebook-Posts in den Mittelpunkt und unterlegt den Auftritt ironischerweise mit klassischer Musik. Die einfache Botschaft des erschreckend realistisch wirkenden Videos: Niemand interessiert sich für das x-te sonnige Urlaubsfoto, bedeutungsschwangere 140-Zeichen-Botschaften über den Kaffee am Nachmittag oder dafür, was dein Hund gerade treibt.

Hinter dem sehr kurzweiligen Promo-Spot stecken die Macher der noch jungen sozialen App "State", mit der Nutzer gesellschaftliche, politische und kulturelle Themen bewerten und kommentieren können. Diese Bewertung kann dann zwar nicht retweetet, gelikt und prominent hervorgehoben werden. Dafür allerdings zählt - ganz demokratisch - jedes Voting gleich viel und fließt in eine grafische Statistik über das jeweilige, vermeintlich wichtige Thema ein. Ob "State" wirklich für eine neue Qualität in den Untiefen der sozialen Netzwerke sorgen kann, sei dahingestellt. Reichlich spaß macht die Eigenwerbung des Unternehmens auf jeden Fall.

Regie bei "You Are What You Share" führte Alex Gorosh, der auch an der Konzeption des Virals beteiligt war.. Außerdem zeichnen Matt Garrett (Director of Photography), Max Joseph (Executive Producer), Josh Fruehling (Producer) mitverantwortlich. tt
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