Auftritt des Tages Havas Helsinki schockt mit schwangerer Psychopathin

Mittwoch, 13. November 2013
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Helsinki Finnland Kreation YouTube



Können werdende Mütter so grausam sein? Betrachtet man den aktuellen Spot der Cancer Society of Finland (Kreation: Havas Worldwide, Helsinki) stellt sich diese Frage fast unweigerlich - auch wenn wohl jeder zu dem Schluss kommt, dass es sich um eine deutlich überzogene Darstellung einer schwangeren Frau handelt, die dem in ihrem Bauch heranwachsenden Spross nicht gerade wohl gesonnen ist. Dabei ist die Intention des aufrüttelnden Commercials eigentlich eine gute. Der 90-Sekünder präsentiert eine junge Frau mit (fast schon Besorgnis erregend) großem Babybauch, die in ihrer Wohnung mit kalter Miene Vorbereitungen für die Zeit nach der Geburt trifft - jedoch sind diese alles andere als gut gemeint: Da wird der Wickeltisch mit Stecknadeln verziert, ein Mobile aus scharfen Küchenmessern gebastelt oder eine Giftschlange im Kinderwagen versteckt. Die Botschaft des Spots erschließt sich am Ende, als die Mutter sich zu allem Überfluss auch noch eine Zigarette ansteckt: "Eine Mutter kann der größte Feind ihres Babys sein".

Mit dem Clip will die Cancer Society of Finland auf die jährlich geschätzten 10.000 Neugeborenen aufmerksam machen, deren Mütter in der Schwangerschaft rauchen. Bei Teenager-Schwangerschaften soll die Anzahl der rauchenden Frauen gar 50 Prozent betragen. Die Organisation hat für die Kampagne die eigene Website Ashbabies.fi eingerichtet.

Der Spot wurde in einer Woche auf Youtube bislang mehr als 350.000 mal angesehen und wird dort durchaus kontrovers diskutiert. Auch wenn die Botschaft schnell klar wird, fragen sich viele User, ob die von Havas umgesetzte Idee der psychopathischen Mutter übers Ziel hinaus schießt und die eigentliche Zielsetzung überlagert. Die Moralkeule, so scheint es jedenfalls, entfaltet in dem insgesamt handwerklich gut inszenierten Clip einen gewissen Bumerangeffekt. tt
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