Arbeitszeit Warum Serviceplan-Mitarbeiter ihren Arbeitsalltag künftig flexibel gestalten können

Freitag, 10. Juni 2016
Geschäftsführer Ronald Focken und Personalchef Winfried Bergmann: „Wichtig für die Mitarbeiterbindung“
Geschäftsführer Ronald Focken und Personalchef Winfried Bergmann: „Wichtig für die Mitarbeiterbindung“
Foto: Serviceplan
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Serviceplan wagt den Schritt in ein neues Zeitalter: die Ära der Flexibilität! Falls sich der Satz ironisch liest: Das soll er nicht sein. Denn es ist ein großer Schritt, den Deutschlands größte inhabergeführte Agenturgruppe im Gegensatz zu vielen anderen Kommunikationsdienstleistern geht, die mitverantwortlich für das schlechte Arbeitgeberimage der Zunft sind.

Nun aber die Fakten zum neuen Drei-Komponenten-Modell: Wer bei der Münchner Agenturgruppe ab Juli einsteigt, kann eine 3-, 4- oder 5-Tage-Woche als Grundgerüst seiner Arbeitszeit wählen. Außerdem können die Angestellten ihre Arbeitszeit zwischen 7 und 20 Uhr flexibel einrichten. Und als drittes Element des Wandels stehen den neuen Kollegen mobile Arbeitstage zur Verfügung, an denen die Mitarbeiter entscheiden können, wo sie ihren Job erledigen. „Natürlich müssen Einzelheiten mit den jeweiligen Führungskräften und der Geschäftsführung abgesprochen werden und es ist auch möglich, Lösungen für einen begrenzten Zeitraum zu entwickeln“, erklärt Holding-Geschäftsführer Ronald Focken. Mitarbeiter, die schon länger bei der Gruppe tätig sind, müssen gewünschte Neuregelungen zudem sechs Monate im Voraus mit ihren Vorgesetzten besprechen.

„Es geht uns darum, größtmögliche Flexibilität für unsere Mitarbeiter zu schaffen“, sagt Focken. Die gebe es in gewissem Maße schon länger. Unter anderem mit Angeboten wie Jahresurlaub, der es den Mitarbeitern erlaubt, Urlaubstage beispielsweise ins nächste Jahr mitzunehmen, um sie zu bündeln und vielleicht einmal eine längere Reise zu unternehmen oder ein anderes privates Projekt zu verwirklichen. Dauert das länger als sechs Wochen, gilt es als Sabbatical. „Wir setzen bei der Planung und Umsetzung der Flexibilisierung auch auf die Eigenverantwortung unserer Mitarbeiter“, so Focken weiter. Mit den Maßnahmen reagiert die Serviceplan-Gruppe auf den Wandel des Arbeitsmarktes. „Wir sehen uns als Agentur einer immer größeren Konkurrenz gegenüber, die um dieselben Talente wirbt wie wir“, erklärt Personalchef Winfried Bergmann. Bis vor wenigen Jahren hätten Agenturen alleine den Kommunikationsarbeitsmarkt „beackert“ – heute stünden ihnen dort beispielsweise Start-ups gegenüber, die unter anderem mit einer sehr flexiblen Unternehmenskultur argumentieren würden, so Bergmann.

Welche Themen für bestehende Mitarbeiter und potenzielle Bewerber besonders relevant sind, hat eine Arbeitsgruppe in Bergmanns Human-Resources-Team bei Kollegen und externen Talenten nachgefragt. Dabei ließ sich das Team von einer Hochschule sowie einer Beratungsfirma begleiten. „Es hat sich gezeigt, dass verschiedene Gewerke ganz unterschiedliche Bedürfnisse haben, wie beispielsweise bei den mobilen Tagen, die vor allem von Kreativen gefordert wurden“, erläutert Bergmann.

Dass nun alle fast 2000 Mitarbeiter in Deutschland mit dem Wunsch nach Teilzeit bei ihnen anklopfen werden, glauben Focken und Bergmann nicht. „Während Teilzeitregelungen vor allem bei den Digital Natives sehr beliebt sind, sind die flexiblen Tagesarbeitszeiten eher ein saisonales Thema (im Sommer mal früher anfangen) und die Mobile-Office-Tage besonders beliebt bei Kreativ-Teams, die mal außer Haus neue Konzepte entwickeln, und in den Verwaltungs-Abteilungen“, sagt Bergmann. Focken gibt mit Hinweis auf fordernde Kunden außerdem zu, dass das in einzelnen Bereichen wie der Beratung schwerer als in anderen möglich sei.

Dass Serviceplan einiges möglich macht, um Mitarbeiter langfristig zu binden – was auch bei den neuen Maßnahmen oberstes Ziel ist –, zeigt auch das Aus- und Fortbildungsangebot der Gruppe: So ist es möglich, von der betrieblichen Ausbildung, die in diesem Jahr von den Münchnern nach längerer Abstinenz wieder aufgenommen wurde, über einen Bachelor bis hin zum Master (beides im Studienzentrum gleich neben dem Haus der Kommunikation) alles mithilfe von internen Programmen zu absolvieren. ems

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