Aperto-Kreativer David Linderman zu KI und Kreation "Der Wille ist da, etwas zu verändern"

Montag, 31. Juli 2017
David Linderman ist seit April als Executive Creative Director bei Aperto an Bord
David Linderman ist seit April als Executive Creative Director bei Aperto an Bord
Foto: Aperto
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David Linderman ist nach mehreren Jahren in Großbritannien und den USA zurück in Deutschland. Seit dem Frühjahr arbeitet der Digital-Kreative bei der IBM-Agentur Aperto. Das macht ihn allerdings nicht unbedingt zum Watson-Fan. Was er von künstlicher Intelligenz hält und wie er die Verschmelzung von IBM iX und Aperto vorantreiben will, erklärt er im HORIZONT-Interview. 

David Linderman über …

… die Zukunft von Aperto unter dem Dach von IBM:

Es wird wohl darauf hinauslaufen, dass wir zwei Kulturen verschmelzen beziehungsweise eine neue entwickeln. Alles deutet darauf hin, dass Aperto und IBM iX künftig noch enger miteinander verzahnt werden, und da möchte ich von Anfang an mitwirken. Meine persönliche Einschätzung: Es sollte letztlich auf eine Marke hinauslaufen. Unabhängig davon geht es eher darum, das Menschliche bei unserer Aperto-Kreativkultur nicht nur zu behalten, sondern damit eine gemeinsame Marke zu prägen. Wichtig für mich ist, mit welcher Haltung wir arbeiten und welche Themen wir zuerst zusammen angehen.
„Der Shift von 'How we make it' zu 'What and why we make it' braucht eine diverse Kreativkultur und eine höchst kollaborative Aufstellung.“
David Linderman

… die unterschiedlichen Kulturen von IBM iX und Aperto und wie diese zusammenpassen:

Ich kenne IBM als amerikanisches „Corporate“-Urgestein. Aber ich sehe, dass die Leidenschaft und der Wille da sind, etwas zu verändern. Für das eher hochtechnologisch fokussierte Unternehmen gibt es seit längerem die Notwendigkeit, die Zukunft etwas greifbarer und menschlicher zu gestalten. Dass Aperto und IBM sich in dieser Transformation ergänzen können, sehe ich als großes Potenzial. Aber daran arbeite ich nicht alleine. Unser CCO Daniel Simon und meine Executive Partner Arne Braun und Marko Thorhauer haben die Kreativ-Positionierung von Aperto über die letzten Jahre wesentlich vorangetrieben. Darauf bauen wir jetzt gemeinsam auf.

… gemeinsame Themen und welche Rolle Kreation dabei spielt:

Beide Marken kommen eher aus einem technischen Engineering-Background. In den letzten Jahren hat sich der Fokus jedoch stärker zugunsten einer tatsächlichen User Experience und der kreativen Gestaltung von menschlichen Interaktionen verschoben. Dieser Shift von „How we make it“ zu „What and why we make it“ braucht eine diverse Kreativkultur und eine höchst kollaborative Aufstellung.
David Linderman verstärkt Aperto
Bild: Aperto

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… Watson und welche Rolle künstliche Intelligenz künftig im Bereich Markenkommunikation spielen wird:

Mich interessiert in diesem Kontext weniger ein Produkt wie Watson, sondern die gesamte Entwicklung in Richtung Big Data und maschinelles Lernen. Hier gibt’s noch viel zu entdecken, bevor wir genau wissen, wie und warum es sinnvoll im Marketing-Kontext anzuwenden ist. Dazu müssen wir immer wieder die richtigen Fragen stellen: Wo kann eine KI menschliches Leben verbessern und welche Herausforderungen werden wir auch in Zukunft zuerst selbst lösen müssen? Ich bin persönlich auch eher zurückhaltend, was den Einsatz von KI betrifft. Um eine KI richtig zu trainieren, braucht es viele Menschen, die ihr die Richtung vorgeben. Und auch das erfordert wiederum eine Menge Haltung und Kreativität.
„Ich bin persönlich auch eher zurückhaltend, was den Einsatz von KI betrifft. Um eine KI richtig zu trainieren, braucht es viele Menschen, die ihr die Richtung vorgeben. Und auch das erfordert wiederum eine Menge Haltung und Kreativität.“
David Linderman

… digitalen Trendthemen, die weiter  an Bedeutung gewinnen werden:

Mich persönlich interessieren derzeit Themen wie Experiential Design und digitale Interaktion jenseits von Displays und Screens. Die Zukunft liegt meines Erachtens im digitalen Raum, in smarter Architektur und Gebäuden, die in der Lage sind, auf den Menschen zu reagieren. Wir sehen jetzt schon, dass wir uns mehr und mehr davon wegbewegen, Websites und Applikationen zu entwickeln, und mehr in die Richtung gehen, Services und Erlebnisse zu gestalten, die im öffentlichen Raum stattfinden. bu 

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